Lüftungstechnik Neue Ära bricht an

Zur Einweihung signierten Uwe Ziehl, Aufsichtsratsvorsitzender (vorne, von links), und Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschafts- und Arbeits- ministerin von Baden-Württemberg, mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Fenkl (hinten, von links) und den beiden Gesellschaftern Sindia Ziehl und Dennis Ziehl zwei der neuen Ventilatoren.
Zur Einweihung signierten Uwe Ziehl, Aufsichtsratsvorsitzender (vorne, von links), und Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschafts- und Arbeits- ministerin von Baden-Württemberg, mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Fenkl (hinten, von links) und den beiden Gesellschaftern Sindia Ziehl und Dennis Ziehl zwei der neuen Ventilatoren. © Foto: Alisa Grün
Alisa Grün 09.06.2018

Nicht nur der Neubau für die EC-Fertigung im Gewerbepark Hohenlohe in Kupferzell sorgt für neuen Wind beim Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg. Im Zuge der 28-Millionen-Euro-Investition ist nun auch der Einstieg in die Kunststoffproduktion geschafft. Damit wird die Produktion nun deutlich in Richtung Industrie 4.0 weiterentwickelt.

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, sagt über die neue Ära: „Wir haben die Wertschöpfung ins Haus geholt.“ Denn durch die neue Technik kann nun jeder Ingenieur nach objektiven Kriterien entscheiden, welcher Werkstoff – Aluminium, Stahl oder Kunststoff – sich am besten für die jeweilige Kundenanwendung eignet. Fenkl sagt: „Wir haben jetzt inhouse alle drei Techniken verfügbar. Das unterscheidet uns von den Mitbewerbern.“ Bei der Herstellung der Ventilatoren aus dem speziellen, eigens entwickelten Kunststoff setzt das Unternehmen nun auf eine neuartige integrierte Qualitätssicherung. Dadurch sollen fehlerhafte Produkte ausgeschlossen werden.

Der thermoplastische Faserverbundwerkstoff „ZAmid“ ist eine Entwicklung von Ziehl-Abegg. Das Material ist viel leichter als Stahl, lässt aber Ventilatoren mit einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde im Dauerbetrieb drehen. „Wir werden für unsere Kunden das Leichtbaupotenzial von Kunststoff weiter ausbauen“, verspricht Fenkl. Denn viele aerodynamisch ideale Geometrien sind in Stahl oder Aluminium kaum umsetzbar.

„Aus den Bauplänen für das neue Werk ist in relativ kurzer Zeit eindrucksvolle Wirklichkeit geworden“, resümiert Baden-Württembergs Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Einweihung. Den neuen Standort sieht sie als klares Bekenntnis zur Region. Zudem lobt sie die aktuell gute wirtschaftliche Lage und das Wirtschaftswachstum. Sie sagt: „Das Land boomt und die Firma Ziehl-Abegg boomt sogar noch mehr – liegt also weit über dem Durchschnitt.“ Die Produkte, die hier zukünftig entstünden, seien weltweit gefragt. Ziehl-Abegg stehe damit für das, was die Wirtschaft in Baden-Württemberg besonders auszeichne. Sie sei regional verwurzelt, aber global aktiv.

Mit einer Investitionssumme von fünf Millionen Euro für Maschinen und Werkzeuge wurden bisher sechs neue Arbeitsplätze im Bereich der Kunststoffproduktion geschaffen. Durch die Verlagerung der Produktion von energiesparenden Ventilatoren vom Künzelsauer Werk in der Würzburger Straße in den Neubau in den Gewerbepark stieg auch die Mitarbeiterzahl dort: insgesamt von 480 auf 770 Menschen. Die Fläche für die Herstellung der sogenannten EC-Produkte ist nun auf 9000 Quadratmeter gestiegen.

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Standorte hat Ziehl-Abegg weltweit. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 28 Gesellschaften und 108 Vertriebsstandorte. Die rund 30 000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft.

International ausgerichtet

Info Ziehl-Abegg wurde 1910 von Emil Ziehl in Berlin gegründet und gehört heute gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik.

Vielfalt Einsatzgebiete für die Produkte sind unter anderem Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen.

Innovativ Die Entwicklungen von Ziehl-Abegg bildeten mehrfach die Basis für moderne Ventilatorenantriebe. Ein weiterer Geschäftsbereich sind elektrische Motoren für Aufzüge, medizinischen Anwendungen oder Unterwasserfahrzeuge. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl Abegg Automotive aufgegriffen.

Innovativ Das Unternehmen ist bekannt für sein hohes Entwicklungstempo und beschäftigt in Hohenlohe 2200, weltweit 3900 Mitarbeiter. Etwa 75 Prozent des Umsatzes, der 2017 bei 540 Millionen Euro lag werden im Export erzielt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

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