Schwäbisch Hall / WOLF-DIETER RETZBACH Drei Architekten aus Stuttgart haben die ersten Wettbewerbspreise belegt: Für den Neubau des Gemeinde- und Pfarrhauses der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph legten sie verschiedene Entwürfe vor.

Der Architektenwettbewerb ist entschieden, der Weg für den Neubau aber noch nicht frei: Bevor das neue Gemeinde- und Pfarrhaus für St. Joseph errichtet wird, muss erst der Boden untersucht werden. Von dessen Beschaffenheit "hängt ab, was machbar ist", sagt Hermann Fenbert, Vorsitzender des Bauausschusses des Kirchengemeinderats: "Architektenwettbewerb ist nicht gleich Baugenehmigung."

Stießen die Arbeiter im schlechten Fall auf Fels, dürfte nicht gesprengt werden. Stattdessen müsste alles mit Baggern abgetragen werden. "Das kostet viel Zeit und Geld", sagt Fenbert. Zu den Kosten des Neubaus kann Fenbert noch nichts sagen: "Das hängt von dem Gelände und davon ab, wie man dort hineinkommt."

Büros aus zehn Kommunen reichen 20 Modelle ein

Drei Architekten, alle aus Stuttgart, haben bei dem Wettbewerb zum Neubau die ersten drei Preise gewonnen. Entschieden hatte das Preisgericht. In dem Gremium saßen Architekten aus Tübingen, Stuttgart und Blaufelden, Vertreter des Bischöflichen Bauamts, der (Gesamt-) Kirchengemeinde, der Stadtverwaltung, des Regierungspräsidiums und des Verwaltungszentrums. Auch der Diözesanbaumeister Thomas Schwieren und Dekan Thomas Hertlein saßen in dem Preisgericht, das 20 Modelle gesichtet hatte, eingereicht von Architekten aus Schwäbisch Hall (vier Büros), Heilbronn, Karlsruhe (zwei Büros), Stuttgart (sieben Büros), Baiersbronn, Rottweil, Aalen, Ravensburg, Weikersheim und Reutlingen.

Am Ende blieben drei Entwürfe für das neue Gemeinde- und Pfarrhaus übrig. Den ersten, mit 10000 Euro dotierten Preis gewann das Stuttgarter Architektenbüro Keller Daum. Das Besondere an diesem Entwurf: Alle öffentlichen Räume sind ebenerdig und liegen damit auf Höhe der Kirche. Ein Aufzug wird in diesem Modell nicht benötigt. Es gibt einen zentralen Gemeindehof mit überdachtem Eingang. Der Hof erinnere laut Protokoll des Preisgerichtsverfahrens "entfernt an vertraute Kreuzgangmotive". Im Gemeindezentrum gibt es laut Fenbert eine "klare Zuordnung": Im rechten Teil sind die Räumlichkeiten für die Gemeinde, im linken Teil ist der Bürotrakt. Auch der Weg vom Parkplatz zum Gemeindezentrum sei "klar strukturiert", so Fenbert. Die beiden Wohnungen für Pfarrer und Haushälterin sind im Geschoss über dem Gemeindezentrum untergebracht.

Die Kirchengemeinde St. Joseph wird der zentrale Pfarrsitz für die von Übrigshausen bis Vellberg reichende katholische Gesamtkirchengemeinde sein, erklärt Fenbert. Deshalb müssten dort auch die (Büro)-Räume für die Mitarbeiter des Pfarrers und für die Haushälterin untergebracht werden. Dieses siegreiche Modell mache der benachbarten Kirche "deren städtebauliche Stellung nicht streitig", heißt es in dem Protokoll.

Würde beim Keller Daum-Entwurf in die Breite gebaut, plant der freie Architekt Joachim Daller aus Stuttgart - er gewann den zweiten Preis - den Neubau in die Höhe. Im Erdgeschoss sind Gemeindesaal und -räume vorgesehen, im ersten Stock die Gruppenräume. Im zweiten Stock liegt das Pfarrbüro, darüber sind die Wohnungen für Pfarrer und Haushälterin untergebracht. Wegen des Geschossbaus gibt es auf der Ebene genug Raum für einen großen Gemeindeplatz.

Den dritten Preis gewann Erich Fritz, auch freier Architekt aus Stuttgart. Zwei Besonderheiten: Das Pfarramt erstreckt sich über drei Geschosse, was laut Protokoll nicht ideal ist. Und weil Wände beweglich sind, können - etwa bei Großveranstaltungen - Gemeindesaal, Gruppenräume und Foyer zu einem großen Raum vereint werden.

Neubau beginnt wohl im Herbst 2015 oder Frühjahr 2016

St. Joseph Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph hat laut Kirchengemeinderat Hermann Fenbert etwa 2200 Gemeindeglieder. Die Zahl der Mitglieder der Gesamtkirchengemeinde beträgt laut Dekanat knapp 11.000.

Zeitplan Er gehe davon aus, dass im Herbst 2015 oder Frühjahr 2016 mit dem Bau des neuen Gemeinde- und Pfarrhauses begonnen wird, sagt Fenbert. Er rechne mit einer Bauzeit von einem Jahr. wd

SWP