Bühlertann Nachruf: Bühlertanner Landfrau Annemarie Fuchs starb im Alter von 80 Jahren

Annemarie Fuchs, so, wie viele sie kannten: mit wachem Blick, Zuwendung zum Gesprächspartner und offenem Lachen. Archivfoto: Ufuk Arslan
Annemarie Fuchs, so, wie viele sie kannten: mit wachem Blick, Zuwendung zum Gesprächspartner und offenem Lachen. Archivfoto: Ufuk Arslan
Bühlertann / MARGITTA SCHMIDT 05.11.2014
Es war ein fröhlicher Nachmittag. Mit einer Besichtigung und einem gemütlichen Abschluss bei Kaffee und Kuchen endete das dritte "Schwungfeder"-Projekt der Kreislandfrauen Schwäbisch Hall. Vielen der 42 Teilnehmerinnen wird der Tag dennoch in schmerzlicher Erinnerung bleiben.

An diesem Nachmittag war die treue Wegbegleiterin schon vermisst worden. Es entsprach nicht ihrer Art, Verabredungen zu treffen, um dann unentschuldigt zu fehlen. Erst kurz vor Ende gab die Kreisvorsitzende Anita Haag, sichtbar berührt, die traurige Nachricht bekannt: Annemarie Fuchs ist tot. Am Abend vorher war sie für alle unerwartet und überraschend in ihrem Haus in Bühlertann gestorben. Die 80-Jährige hinterlässt ihren pflegebedürftigen Mann Bernhard, um den sie sich liebevoll gekümmert hatte. Mit ihm trauern ein Sohn, eine Tochter, deren Partner und fünf Enkel.

Annemarie Fuchs war eine aktive Frau mit einem ruhigen Wesen. Diskussionen verfolgte sie interessiert, um sich dann eine eigene Meinung zu bilden. Äußerte sie sich selbst, tat sie das vor aufmerksamen Zuhörern. Die Worte der lebenserfahrenen Frau hatten Gewicht. Sie redete nicht um des Redens willen. Wenn sie sprach, hatte sie etwas zu sagen.

Sie brachte sich ein, ohne andere Ansichten abzuwerten und ohne sich aufzudrängen. Sie war offen für neue Ideen, hinterfragte aber auch kritisch deren Sinn. Ihr verhaltener Humor und ihr offenes Lachen waren Ansporn, nicht alles im Leben zu eng zu sehen. Die Wertschätzung anderen gegenüber entsprach ihrem christlichen Glauben. Gesprächspartner fühlten sich an- und ernstgenommen.

Annemarie Fuchs wurde 1934 in Stuttgart geboren. 1943 wurde die Familie ausgebombt und kam bei Verwandten in Kottspiel unter. 1962 heiratete die Hotelangestellte den Stuckateur Bernhard Fuchs.

Das Ehrenamt war Annemarie Fuchs stets wichtig. Vier Jahre lang war sie als Elternbeirätin tätig, neun Jahre als Schöffin an der Jugendkammer Heilbronn. Vor allem aber engagierte sie sich bei "ihren" Landfrauen. Jahrzehntelang setze sie sich für deren Ziele zum Wohle von Frauen auf dem Land ein.

1969 wurde sie Mitglied im Ortsverein Bühlertann, um ihn später 21 Jahre lang (1975 bis 1996) zu leiten. In dieser Zeit hat sie den Verein mit 100 Mitgliedern gestärkt und ihn aktiv in die Dorfgemeinschaft eingebracht. Für ihre Verdienste wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Kreislandfrauenverband Schwäbisch Hall, mit 29 Ortsvereinen und knapp 3000 Mitgliedern, stand sie der damaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Bärbel Frenz von 1983 bis 1998 als Stellvertreterin zur Seite.

Mit ihren Ideen bereicherte sie das Ausstellungsprojekt "Frauenleben im Wandel" im Hällisch-Fränkischen Museum. Sie beteiligte sich aktiv an allen drei "Schwungfeder"- Angeboten der Landfrauen, die Frauen ab 50 helfen wollen, sich neue Perspektiven zu suchen, und an drei Buchprojekten.

Präsidiumsmitglied im Landfrauenverband Württemberg-Baden wurde sie 1991. Neun Jahre lang leitete sie den Entwicklungspolitischen Arbeitskreis und richtete ihr Augenmerk besonders auf die Umsetzung des Leitsatzes "Global denken - lokal handeln". In Würdigung ihres vielseitigen Engagements wurde Annemarie Fuchs 1989 mit einer Landesnadel ausgezeichnet.

Die Landfrauen trauern um eine liebe Freundin. Ihr besonderes Mitgefühl gilt ihrer Familie.

Info Die Trauerfeier ist heute, Mittwoch, um 13.30 Uhr in der St. Georgskirche in Bühlertann. Der Landfrauenverein Bühlertann wollte eigentlich am Samstag, 8. November, sein 50-jähriges Bestehen feiern. Wegen des Todes von Annemarie Fuchs wurde das Fest abgesagt.

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