Trotz Schneematsches und Nieselregens fanden am Samstagabend viele den Weg in die Kirche St. Maria zum traditionellen Jahreskonzert des Musikvereins und des Gesangvereins Fronrot. Ingeborg Rupp musste wegen eines Trauerfalls in der Familie der Dirigentin Magdalene Grimmig, deren Tochter und Schwester auch immer mitgesungen hatten, die Teilnahme des Gesangvereins am Konzert absagen. Dem Musikverein unter der Leitung ihres Dirigenten Armin Schlageter fiel die unerwartete Aufgabe zu, die Veranstaltung ganz allein zu bestreiten. So entfiel der Mittelteil mit fünf der dreizehn geplanten Stücke.

Das Publikum sollte nicht enttäuscht werden. Mit „langsamer spielen“, wie es Armin Schlageter scherzhaft andeutete, war es nicht getan. Um es vorwegzunehmen, der Musikverein Fronrot mit seinen über 40 Aktiven hat die Aufgabe erfolgreich gemeistert. Schon der mächtige Anfang mit dem 1996 zur Jubiläumsfeier des belgischen Eisenbahnerarsenals uraufgeführten Konzertmarsch „Arsenal“ beeindruckte. Es folgte Larry Neecks „Glacier Express“. Mit dem mahnenden Kirchenlied „Wo Menschen sich vergessen“, komponiert von Christoph Lehman und arrangiert von Kurt Gäble, wurde dieser erste Konzertteil abgeschlossen.

Die von Armin Schlageter konzipierte Programmfolge bot raffiniert steigernd musikalische Highlights. Dem emotionalen „Glory of Love“ folgte Henry Mancinis „Die Dornenvögel“. Das Arrangement hat Peter Schad selbst dem Musikverein Fronrot für dieses Konzert überlassen. Pia Schenk und Gudrun Launer hatten, wie Armin Schlageter betonte, mit ihren Querflöten den schwierigsten Part. Heinz Ziegler, der wie immer für die Technik zuständig war, musste für die Querflöten etwas nachsteuern.

Mit dem „Fight Song“ der amerikanischen Sängerin Rachel Platten, arrangiert von Jay Bocook für Bläser, brachte der Musikverein eher Ausgefallenes zu Gehör. Die in dem Kampflied zum Ausdruck kommende Ausdauer und Entschlossenheit beeindruckt auch Elias Uhl, der in der Jugendkapelle „Oberes Bühlertal“ spielt und zum ersten Mal in der Fronroter Stammformation auftrat. Abweichend vom vorgesehenen Programm präsentierte der Musikverein ein kleines feines Konzertwerk von Martin Scharnagl: „Mountain Wind“.

Mit dem „Florentiner Marsch“ leitete der Musikverein die Höhepunkte des Abends ein. Sie spielten den Marsch volltönend, energisch und mit großem Engagement. Ottmar Fuchs und Reinhold Kurz überzeugten mit ihrem Flügelhorn auch in schwierigeren Passagen. Das Publikum reagierte mit großem Beifall und Zurufen. Die möglichen Zugaben wurden kurzerhand in den offiziellen Programmteil übernommen.

Eine Polka, da ist sich Reinhold Kurz sowieso sicher, darf in einem Programm nicht fehlen. Peter Schads „Wie im Flug“ traf den Geschmack des Publikums, das mit rhythmischem Klatschen und Zurufen reagierte.

Das ist die Atmosphäre, die Anna Wagner aus Bühlerzell schätzt. Sie war schon des Öfteren beim Jahreskonzert in Fronrot und stellte fest: „Die Stücke von Peter Schad, die hört man immer wieder gerne.“ Dem musikalischen Höhepunkt folgte der kulinarische. Der Musikverein hatte zu frischem Leberkäse und Bratwürsten mit Kartoffelsalat ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Der Einladung wurde ausnahmslos gefolgt.

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