Vor zwei Jahren gastierte Triosence erstmals auf der Comburg. Das Ensemble genießt bereits weltweite Resonanz - vor allem in Japan. Die Spezialität: eigene Jazz-Kompositionen musikalisch und verbal gewitzt aufbereitet mit Calypso- und Flamenco-Anklängen. Damals fanden sich auch viele Jazzfachleute aus Hall und Umgebung im ehrwürdigen Kaisersaal ein. Werner Feucht und Kurt Hohenstein vom Konzertkreis Triangel angelten sich flugs den Pianisten und Bandleader Bernhard Schüler und boten ihm samt Trio ein festivalwürdiges Konzert in der Haller Hospitalkirche an. Die drei Norddeutschen waren bereits seinerzeit angetan von Hohenlohe.

Nach zwei Jahren hat es also geklappt mit dem Auftritt beim Jazz-Art-Festival in Hall. Mit Bernhard Schüler reiste Kontrabassist Matthias Nowak an. Schlagzeuger Stephan Emig musste sich allerdings "unfit to play" melden. Für ihn kam Bodek Janke, ein Perkussionist mit russisch-polnischem Background, 1996 zusammen mit dem estnischen Pianisten Kristjan Randalu Sieger beim Landeswettbewerb "Jugend jazzt" und 2008 Landes-Jazzpreisträger, ins swingende Spiel. Janke ist so routiniert, dass er sich schnell ins Triosence-Repertoire einarbeiten und eigene Akzente setzen konnte.

Bernhard Schüler begann das Konzert am Flügel klassisch elegant mit filigranem Wohlklang. Es folgte Karibisches samt Reggae-Rhythmen. Dann startete Janke auf dem nordafrikanischen Mbira-Daumenklavier, und Schüler leitete weiter zu südafrikanischer Kwela-Choralhaftigkeit. Ansonsten brachte Bodek Janke auch auf seinen beiden Tabla-Trommeln Indisches mit ein, und er sang dazu - wie Trilok Gurtu am Vortag im Quartett des Saxofonisten Jan Garbarek.

Vielfach perkussionistisch geht auch Kontrabassist Matthias Nowak vor: Der Korpus wird zum Schlaginstrument umfunktioniert, und er setzt schepperndes Kleinzeug ein. Aber dann streicht Nowak mit dem Bogen beruhigend über die Saiten und markiert mit Flageoletttönen eine modalharmonische Konstante.

Die Zuhörer erlebten ein unterhaltsames Konzert, das aber nicht in Kitsch abdriftete. Recht gesprächig gab sich Bernhard Schüler als Entertainer - ganz das Gegenteil des nordisch kühlen Jan Garbarek, der bei der Performance tags zuvor im Neubau-Saal kein Wort verlor.