Schwäbisch Hall Multitalent Storz starb vor genau 30 Jahren

Schwäbisch Hall / BLO 30.08.2013
Er war ein Mann mit vielen Talenten und einem großen Lebenswerk: Professor Dr. Gerhard Storz. Vor 30 Jahren starb der einstige Leiter des Gymnasiums bei St. Michael und Landeskultusminister.

"Sie sind ein erstaunlicher Mann", schrieb der Stuttgarter Verleger Ernst Klett voller Anerkennung zum 75. Geburtstag von Gerhard Storz. Das wissen auch die Haller. 23 Jahre lang hat Gerhard Storz - Vater des 2011 gestorbenen Drehbuchautors, Schriftstellers, Regisseurs und Filmproduzenten Oliver Storz - in der Kocherstadt gelebt und gewirkt. Er hatte viele Funktionen: Leiter des Gymnasiums bei St. Michael, Mitglied im Gemeinderat, Wiederbegründer und geistiger Wegbereiter der Freilichtspiele Hall, Studienleiter der Akademie Comburg und Mitbegründer der CDU-Ortsgruppe.

Am 19. August 1898 wurde Gerhard Storz in Rottenacker im Kreis Ehingen als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. In Tübingen studierte er klassische und deutsche Philologie. Aber sein Weg nach Staatsexamen und Promotion führte zunächst nicht in den Schuldienst. Lieber folgte er seinen Neigungen in Richtung Theater. 1932 ging er doch in den Schuldienst, war am Gymnasium in Biberach, zwischendurch Oberspielleiter am Stadttheater Dortmund. Doch die zunehmende Politisierung des Theaters missfiel ihm, 1935 kam er ans Gymnasium bei St. Michael nach Hall. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft wurde er 1947 zum Leiter der Schule. Storz lag auch das Wohl der Stadt am Herzen.

Als er 1958 zum Kultusminister Baden-Württembergs berufen wurde, verließ er Hall schweren Herzens. Die Verbindung ließ er aber nie abreißen. In vielen Ämtern und Gremien brachte Storz sein Wissen ein. Er verfasste zahlreiche Schriften und erhielt ungezählte Auszeichnungen. Am 31. August 1963 starb er in Leonberg. Das Multitalent Storz habe alles gekonnt, "ohne aufgeregt zu sein", würdigte Ernst Klett ihn einst. "Urban und human, selten zornig, aber dann richtig", sei er gewesen. Ein Mann von Welt und in Hall hochgeschätzt.