Bagger brummen, schieben Erde und geben der Oberfläche ein neues Profil. Daneben verdichtet eine Walze den Boden für mehr Tragfähigkeit und im Hintergrund fahren Sattelzüge Material heran, das Schlepper weitertransportieren. Am höchsten Punkt der ehemaligen Mülldeponie Hasenbühl bei Hessental läuft der finale Akt der Abdichtung.

1976 ging sie in Betrieb, 2005 wurde sie wieder außer Betrieb genommen, ist der Haus- und Sperrmüll vor allem mineralisch mit Lehm, Ton und Boden abgedeckt worden. Seit April 2015 läuft nun die komplizierte Abdichtung der Riesenfläche mit vielen Schichten auf Hochtouren, damit die Umwelt möglichst weder durch Sickerwasser noch durch schädliches Deponiegas belastet wird. Am Dienstagnachmittag haben sich die Mitglieder des Umwelt- und Technikausschusses ein Bild vor Ort gemacht und Fragen gestellt.

Arbeiten bis Anfang November

„Wir werden noch bis Anfang November zu tun haben, um die restliche Fläche zu verdichten“, antwortet Eckhard Haubrich von der Ingenieurgruppe RUK aus Stuttgart auf Nachfrage von CDU-Kreisrätin Ute Zoll. Der Diplom-Ingenieur nennt zehn bis 15 Mitarbeiter, die kontinuierlich auf dem Müllberg im Einsatz sind. Der Experte überwacht den Bau und achtet darauf, dass die Abdichtungspläne von den ausführenden Firmen auch strikt eingehalten werden.

Bei der Verdichtung seien auch zugelassene und genehmigte Ersatzbaustoffe verwendbar, beispielsweise Bauschutt, was wiederum Kosten reduziere. „Woher kommt das Material?“, fragt Ute Zoll nach. Haubrich erläutert, dass das Material aus dem Augsburger und dem Stuttgarter Raum stamme sowie aus der Gegend – aus dem Steinbruch Ummenhofen. Unterschiedliche Schichten verdichten die Fläche – unter anderem eine Kunststoffverdichtungsbahn und eine Schotterentwässerungsschicht, um den Hang dann wieder zu bepflanzen. „Dort ist bereits eine Rekultivierungsfläche zu sehen“, zeigt Haubrich auf eine zartgrüne Fläche, die übergangsweise mit Winterweizen begrünt wurde. Haubrich zeigt auf der Kuppe mit Südausrichtung auf eine rund zwei Hektar große Fläche – es ist das Feld für eine Photovoltaik-Anlage, die hier errichtet werden soll.

Der rund 9-Millionen-Euro-Auftrag für die Abdichtung der Mülldeponie ging nach europaweiter Ausschreibung an die Bietergemeinschaft Leonhard Weiss aus Satteldorf und die Strabag Umwelttechnik aus Darmstadt. Landrat Gerhard Bauer macht deutlich, dass die Finanzierung komplett gesichert sei und es sogar noch einen Puffer von weiteren rund vier Millionen Euro für Kosten gebe, die durch langfristige Nachsorgekosten entstünden. Es sei wichtig gewesen, über Jahre mit Müllgebühren Rücklagen für die Sanierung der Mülldeponie zu bilden, damit auch die Verursacher zahlen und nicht nachfolgende Generationen damit belastet werden.

Häckselplatz wird auf Wertstoffhof entstehen


Die Abdichtung der ehemaligen Mülldeponie Hasenbühl soll Anfang November 2017 fertig sein. Danach werde mit der Umsetzung des Projekts Häckselplatz auf dem Gelände des Entsorgungszentrums bei Hessental begonnen werden, informiert Diplom-Ingenieur Eckhard Haubrich Mitglieder des Umwelt- und Technikausschusses am Dienstagnachmittag bei der Besichtigung der Deponie. „Die Kombination Wertstoffhof und Häckselplatz macht Sinn“, sagt Kreiskämmerer Werner Schmidt bei der Besichtigung der Fläche. Er schätzt die Kosten auf rund 300.000 Euro. Vorteile seien neben der vorhandenen Fläche beispielsweise erweiterte Öffnungszeiten. Mit den Arbeiten werde im Frühjahr 2018 gestartet, um Ende 2018 einen Häckselplatz beziehungsweise Sammelplatz für Baum- und Strauchschnitt auf dem Entsorgungszentrum Hasenbühl zu haben. cus