Eltershofen Mord im Schloss

Vorleserinnen Henrike Eichhorn (links) und Elisa Taggert lesen bei der Benefizaktion im Schloss in Eltershofen.
Vorleserinnen Henrike Eichhorn (links) und Elisa Taggert lesen bei der Benefizaktion im Schloss in Eltershofen. © Foto: Margitta Schmidt
Eltershofen / MARGITTA SCHMIDT 13.11.2014
Ungewöhnliche Geschichten an einem ungewöhnlichen Ort: Für Sonntag luden die Frauen von Zonta zu einer Krimi-Lesung auf Schloss Eltershofen ein. 80 Besucher erlebten einen schaurig-schönen Nachmittag.

Blutrot geht die Sonne unter. Graue Nebelschwaden erheben sich über den Feldern und tauchen die Landschaft in ein diffuses Licht. Viele der ankommenden Gäste sind schwarz gekleidet. Über die mit Kerzenschein und Feuerkörben beleuchtete Brücke führt der Weg ins Schloss. Dann öffnet sich das große Tor in die historische Empfangshalle. Geweihe, Bilder von Ahnen und eine Ritterrüstung schmücken die Wände. Dicht an dicht stehen die Stühle. Selbst auf der Treppe, die in die oberen Gemächer führt, drängen sich die Gäste.

Henrike Eichhorn und Elisa Taggert sitzen in bequemen Barocksesseln. Die beide Studentinnen absolvieren den Studiengang Sprechkunst und Sprecherziehung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Das Licht verlöscht. Es ist mucksmäuschenstill. Die Frauen lesen die Geschichte von Andreas Wagner "Sein Leiden" abwechselnd. Der Krimi führt in die Küche eines erfolgreichen Weinführer-Autors. Während der detailliert geschilderten Zubereitung des Festessens denkt seine Frau über ihr gut situiertes Leben nach - und darüber, ob eine spezielle Zutat die erhoffte Wirkung bei den Gästen haben wird, die alles zunichte machen könnten.

Nach einer Pause, in der Kürbis- und Hackfleischsuppe gereicht werden, kommen die Gäste in den Genuss der zweiten Geschichte, "Das Jahrhundert der Minna Alberti" von Christine Sylvester. Die Fernsehübertragung zum 111. Geburtstag der äußerst aktiven und schlagfertigen Seniorin endet nicht nur für das Fernsehteam ganz anders als erwartet.

Hausherrin Isabelle Gräfin Westerholt, die Präsidentin von Zonta Hall ist, entlässt ihre Gäste nach zweieinhalb Stunden zum Fernseh- Sonntagskrimi nach Hause. Karin Eißele-Kraft, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwäbisch Hall, ist begeistert: "Super! Ganz toll! Das ganze Ambiente harmonisiert gut, eine wunderbare Kombination von allem."

Mit der Benefizveranstaltung wollen die Mitglieder von Zonta auf ein Thema lenken. "Jede dritte Frau wird Opfer einer Gewalttat. Damit ist Gewalt gegen Frauen die häufigste Menschenrechtsverletzung überhaupt", so die Präsidentin. Der Platz im Haller Frauen- und Kinderschutzhaus reiche bei weitem nicht aus. Der Erlös des Abends geht an diese Einrichtung.

www.zonta-schwaebischhall.de