Wettbewerb Mopeds und Mofas trotzen bei Landturm dem Staub

Wolpertshausen / Oliver Färber 21.08.2018
Zum zehnten Mal steigt am Samstag das Stoppelackerrennen Wolpertshausen. Bei Landturm drehen Mopeds und Mofas fünf Stunden lang ihre Runden.

Man muss es schon lieben, wenn es um das Stoppelackerrennen geht: Die kleinen Motoren der Mofas und Mopeds dröhnen über das abgeerntete Areal beim Landturm. Die Staubwolken, die beim Beschleunigen und Bremsen entstehen, sind manchmal so dicht, dass die Zweiräder samt Fahrer fast nicht zu sehen sind. Hartgesottene Fans, die Benzin im Blut haben, kommen allerdings auch bei der zehnten Ausgabe in der Gemeinde Wolpertshausen ins Schwärmen. Den ganzen Samstag harren sie bis in den Abend aus, um spannende Duelle der Maschinen zu erleben, die meist nicht mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum haben – maximal bis 85 Kubikzentimeter.

16 Teams sind am Start. „Letztes Jahr waren es 20. Aber jetzt ist auch Urlaubszeit“, erklärt Achim Haidt, der das Spektakel mitorganisiert. 2017 lag der Termin des Stoppelackerrennens erst im September. So kommt es auch, dass fast alle Rennställe diesmal aus der Region kommen. Dafür ist er mit dem Rennverlauf sehr zufrieden. „Es geht ruhig zu, und es gibt keine Besonderheiten“, sagt er rund eine Stunde vor Ende des Wettbewerbs.

Der verlangt doch einiges an Ausdauer. Nach dem freien Training über zwei Stunden und der Abnahme der Zweiräder am Vormittag, fällt um 12 Uhr der Startschuss. Fünf Stunden drehen die Teams, die jeweils mindestens zwei Fahrer haben, ihre Runden, bis um 17 Uhr die Zieldurchfahrt signalisiert wird. Es kommt am Ende darauf an, wie viele Runden jede Maschine gedreht hat.

Die Veranstalter benutzen eine einfach klingende Methode zum zählen, die aber auf jeden Fall ausfallsicher funktioniert. Für jedes Team gibt es an der Kontrollstelle einen Metallstab. Zwei Beobachterinnen schieben, sobald eine Maschine vorbeirauscht, eine Unterlegscheibe auf den entsprechenden Stab. „Und die werden am Ende nicht gezählt, sondern einfach gewogen“, verrät Haidt einen Trick. Wer also mehr Unterlegscheiben auf die Waage bringt, ist am Ende Sieger.

Doch bis dahin dauert es noch. Wieder kommt ein Mofa vorbei – eingehüllt in eine große Staubwolke. „Es hätte heute Nacht ruhig noch 20 Liter mehr regnen können“, meint Haidt. Teile der Strecke wurden extra drei Mal bewässert, damit es dort nicht ganz so stark staubt.

Dieter Mögerle stört das nicht – im Gegenteil. Er schätzt dieses besondere Flair am Rand einer Rennstrecke. „Solange es nicht direkt in meine Bierflasche staubt“, sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen und nimmt einen kräftigen Schluck. Eins sei auch noch wichtig: „Nicht zu nahe an der Strecke parken“, meint er.

Dabei zeigt er mit einem schelmischen Grinsen auf die Wagen der Teams, die direkt am Acker stehen. Nach dem Rennen brauchen sie erst einmal eine Wäsche – allein schon, um wieder den notwendigen freien Blick durch die Scheiben zu haben.

Früher, da sei er ja gerne selbst Moped gefahren. „Das geht mit dem Knie nicht mehr“, sagt der 51-Jährige leise. Deshalb sei er, so oft es geht, als Zuschauer bei Zweiradrennen dabei.

Am Ende wird es spannend. Wer wird den Pokal mitnehmen? In der Gesamtwertung kommt das Team „Die Schraubär“ auf Platz 1 mit 137 Runden.

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