Schwäbisch Hall Mobile Mathewerkstatt an der Grundschule

Leon Gofmann (rechts) und Alexander Subow (links daneben) aus der ersten Klasse bauen mit Holzklötzen. Foto: Marc Weigert
Leon Gofmann (rechts) und Alexander Subow (links daneben) aus der ersten Klasse bauen mit Holzklötzen. Foto: Marc Weigert
KATHRIN DREWKE 21.11.2013
In der Grundschule Rollhof ist derzeit eine mobile Mathewerkstatt aufgebaut. Schüler können an 37 Stationen das Fach praktisch erfahren.

"Mathematik ist oft das Stiefkind unter den Schulfächern", sagt Doris Emter, die Leiterin der Grundschule Rollhof. Mit der mobilen Mathewerkstatt, die sie nach Hall geholt hat, möchte sie aufzeigen, dass es um mehr als Rechnen geht.

Bereits vor einigen Tagen wurden für dieses Projekt die Klassenzimmer der 1a, der 3c und das Lehrerzimmer umfunktioniert. Zu den Themen Zahlen, Messen, Raum und Form, Muster und Strukturen sowie Daten und Zufall sind 37 Stationen aufgebaut. Damit ist es den Schülern der Klassen 1 bis 4 auch während des normalen Unterrichts möglich, an den Aufgaben zu knobeln. Zusätzlich kommen sie an diesem Nachmittag gemeinsam mit ihren Eltern in die Schule, damit auch die Erwachsenen einmal mitspielen dürfen.

Jede der Stationen ist von Jung und Alt besetzt. Die Kinder helfen sich untereinander, sind geduldig, diskutieren, wie sie am besten vorgehen. Zusammen schätzen sie, wie viele Murmeln und Kaffeebohnen sich im Glas befinden, legen Tangrame oder bauen mit Klötzen. Obwohl gleich nebenan die nächste Aufgabe wartet, arbeiten die Schüler konzentriert an ihrer Station, bis sie eine Lösung finden. Auch die Eltern sind von den Denkspielen fasziniert. Unter ihnen ist Heike Leyh. Es sei einfacher, sich mit Gegenständen auseinanderzusetzen, weil Mathe abstrakt ist, sagt sie. Für ihren Sohn Felix steht fest: "Mathe ist cool."

Aber auch Großeltern sind dabei. Johanna aus der 2. Klasse wird von ihrer Oma Erika begleitet. "Ich finde es spannend, was es bedeutet, Mathematik wortwörtlich greifbar zu machen", sagt die Großmutter.

Diese mobile Mathewerkstatt wird normalerweise nur an Schulen im Landkreis Karlsruhe verliehen. Doch Doris Emter kennt den Entwickler des Angebots. Zudem ist die Rektorin Mathefachberaterin im hiesigen Schulamtsbezirk und setzt sich für ein solches Konzept an Haller Schulen ein. "Sobald Geometrie ins Räumliche geht, fehlt den Kindern oft das Vorstellungsvermögen. Sie kennen meist nur die flächigen Abbildungen in Schulbüchern." Mit der Mathewerkstatt könnten hingegen Formen von allen Seiten betrachtet werden.

Auch Bettina Wilhelm, Halls Erste Bürgermeisterin, ist zu Gast. Ihr Fazit: "Diese Werkstatt kann dazu anregen, zu Hause etwas nachzubauen und Mathe ganz einfach in den Alltag zu integrieren."