Gschlachtenbretzingen Backhäuslefest: Erwartungen übertroffen

Die Schrannen sind gut besetzt. Auch dieses Jahr lud das Weingut Keil beim Backhäuslefest zur Weinprobe ein.
Die Schrannen sind gut besetzt. Auch dieses Jahr lud das Weingut Keil beim Backhäuslefest zur Weinprobe ein. © Foto: Rainer Richter
Michelbach / Rainer Richter 22.08.2018
Beim Backhäuslefest in Gschlachtenbretzingen sind die Blooze um 19 Uhr ausverkauft.

Den Organisatoren, vor allen Dingen den Bloozbäckern, tropfte am Samstagabend der Schweiß von der Stirn. Das Fest im Gartennest wurde von den Besuchern förmlich überrannt. Schon vor der eigentlichen Öffnungszeit um 18 Uhr hatten sich die Ortskundigen eingefunden, um schon mal einen Platz zu belegen und einen Blooz zu ordern. Wer seinen Lieblingsblooz wollte, musste sich ranhalten.

„Normalerweise“, sagt Oliver Wagner, „backen wir an einem Abend 130 bis 140 Hitzkuchen.“ Der Renner ist mit Abstand der mit Grieben belegte. Aber es gibt auch eine vegetarische Variante und zwei süße mit Apfel oder Zwetschgen. Doch an diesem Samstag gingen die Uhren anders. Wenn in anderen Jahren die letzten Blooze um 20 Uhr das Backhäuschen verließen, war heuer um 19 Uhr schon alles verkauft. Das vierköpfige Backhausteam mit Elena und Bärbel Narciß, Thomas Burkart und Oliver Wagner fing bereits morgens um 9 Uhr an, die schwäbische Pizza zu belegen und vorzubacken. „Wenn wir sie erst am Abend backen, würde das viel zu lange dauern“, weiß Oliver Wagner. Wieso kennt er sich so gut aus? „Joachim Burkart, der Chef des Cafés Ableitner in Schwäbisch Hall, war unser Lehrmeister.“

Bärbel Narciß von der Dorfgemeinschaft Gschlachtenbretzingen freut sich, wie viele sich wieder an der Organisation beteiligt haben: „Manche haben ihren Urlaub terminlich so geplant, dass sie dabei sein können. Jeder springt ein, um mitzuhelfen“, weiß sie. Der Aufwand ist groß. Seit Donnerstag musste der Ofen fünfmal vorgeheizt werden. Der Teig und der Belag, das Belegen der Bloozscheiben, das Vorbacken: Alles erfordert tatkräftigen Einsatz. Selbst das Schneiden mit dem großen Wiegemesser kostet Kraft, sodass nach 120 geschnittenen Exemplaren Matthias Kary verkündete: „Jetzt reicht‘s.“ Der Erlös wird in neue Bloozdeckel und teilweise neue Backformen investiert.

Seit letztem Jahr hat man die Veranstaltung um ein Standbein erweitert: eine Weinprobe mit dem Weingut Keil. Das Weingut konnte sich im neuen „Eichelmann Weinführer 2018“ als empfohlener Erzeuger erneut behaupten. Die Probiergläser kreisten eifrig. Der Champagner-Trüffel-Likör entwickelte sich zum Renner und war am späten Abend ausverkauft.

Bretzinger lieben ihr Fest

Die Bretzinger lieben ihr Fest. Volker Schneider, ehemaliger Bürgermeister von Michelbach und seit zehn Jahren im Ruhestand, lässt es sich nicht entgehen. Heidi Frericks aus Esslingen nutzt mit ihrem Mann Hanns die Gelegenheit, das Fest zu besuchen. „Nachdem wir schon den Bühlertalweg zwischen Vellberg und Talheim erkundet haben, wollen wir es uns mit Wein und Blooz heute Abend hier gut gehen lassen. Wir sind schon zum zweiten Mal hier und genießen die tolle Atmosphäre.“ Ihr gegenüber sitzt Paula Lobozewicz, die seit drei Wochen einen Pflegedienst wahrnimmt. Sie studiert Deutsch und Englisch in Krakau und freut sich, ihre Sprachkenntnisse auszuprobieren. Wenn es auf Deutsch nicht klappt, geht es auf Englisch, denn  Heidi Frericks hat auch Englisch studiert.

Marc Reichert, der Vorsitzende der Bretzinger Gartenfestgemeinschaft, ist begeistert: „Wir können uns auf unsere Helfer verlassen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel