Ein heute 18-Jähriger muss eine Woche Dauerarrest absitzen, weil er mit einer Schreckschusspistole an der gewerblichen Berufschule in Schwäbisch Hall aufgetaucht ist und einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Weil er zur Tatzeit noch 17 Jahre alt war, wurde der Azubi zwingend nach Jugendstrafrecht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt.

Die Nachrichten von seiner Aktion am 5. März lesen sich erschreckend: Der 17-Jährige zeigte die täuschend echte Pistole einem Mitschüler und prahlte damit. In einer Kettenreaktion benachrichtigte ein weiterer Mitschüler einen Lehrer. Dessen Kollege alarmierte die Polizei. In einem Großeinsatz wurde die Schule in der Tullauer Höhe großräumig abgesichert. Eine Spezialeinheit der Polizei nahm den Jungen im Schulgebäude fest. Die Pistole fanden die Einsatzkräfte anschließend in der Jacke des Jungen, die er an die Garderobe gehängt hatte.

Pistole war nicht geladen

Vor Gericht gab der heute 18-Jährige zu, die gesichert abgelegte Schreckschusspistole seines Vaters heimlich an sich genommen zu haben. Die Pistole war nicht geladen.

Dennoch wiegt für das Haller Amtsgericht ein solcher Verstoß gegen das Waffengesetz schwer: "Es gibt eine Zeit vor Winnenden und eine Zeit nach Winnenden", erklärte Oberamtsanwalt Walter Petschko, der in diesem Fall die Anklage vertrat. Jugendrichterin Katja Kopf: "Ein unter 18-Jähriger darf keinen Umgang mit Waffen haben!"

18-Jähriger muss mit "Aktionsbündnis Amoklauf Winnden" Kontakt aufnehmen

Richterin Kopf verurteilte den Auszubildenden nicht nur zu einer Woche Dauerarrest, sondern unterstellte ihn auch für ein Jahr der Betreuung durch einen Sozialpädagogen. Außerdem muss der junge Mann umgehend mit dem "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" Kontakt aufnehmen, mit einem zuständigen Mitarbeiter des Bündnisses ein Gespräch führen und dem Gericht schriftlich darüber berichten. Der 18-Jährige wohnt inzwischen nicht mehr im Haller Kreisgebiet.