Dass Langenburg ein begehrtes Ausflugsziel in der Region ist, das steht schon in der Kreisbeschreibung: Dort wird die Stadt immerhin als zweitgrößtes Reiseziel im Haller Land bezeichnet. Und schon alleine die Statistik (siehe Kasten unten) spricht für sich – die Übernachtungszahlen steigen wieder und weiter.

„Unser Angebot wird wahnsinnig gut angenommen“, berichtet Wolfgang Maier. Sein Mawell Resort trägt maßgeblich zu der wachsenden Zahl der Touristen in Langenburg bei. Von seinem Wellnesshotel gibt es Zahlen zu vermelden, bei denen manch vergleichbares Haus neidisch würde: „Wir rauschen auf eine Auslastung von 90 Prozent zu“, verrät der Geschäftsführer. An den Wochenenden seien die Zimmer im Resort auf Wochen hin ausgebucht.

Ökonomisches Handeln

Um ökonomisch zu handeln, hat der Unternehmer deshalb eine wichtige Entscheidung getroffen: „Wir haben die Tagungen aufgegeben.“ Denn im Wellnessbereich würden Doppelzimmer auch meist mit zwei Gästen belegt – im Businessbereich schlafe meist ein Tagungsteilnehmer alleine in einem Doppelzimmer. „Das gibt bessere Einnahmen“, so Maier. Gleichzeitig investiert er: Gerade ist das neue Empfangsgebäude nur für Hotelgäste fertig geworden. Bis 1. Mai sollen zehn neue Suiten bereitstehen. Noch dieses Jahr ist die Eröffnung einer Event-Sauna geplant.

Dank der 134 Betten kämen viele Besucher aus dem benachbarten Bayerisch-Fränkischen sowie aus dem Stuttgarter Raum. „Die Gäste im Dayspa kommen dagegen aus der Region“, weiß er. Allerdings seien die Plätze für diese beschränkt: Im Wellnessbereich gingen die Übernachtungsgäste vor. Der Renner derzeit: die Freundinnen-Auszeit. „Am Wochenende sind 80 Prozent unserer Gäste Frauen“, so der Geschäftsführer.

Wichtig für die Kommune

Auch Kämmerer Markus Zenkert ist froh, dass die Stadt Langenburg von den Übernachtungen im Mawell profitiert. „Dazu kommen noch unsere zwei größeren Hotels Krone und Post sowie einige private Anbieter von Zimmern und Ferienwohnungen“, berichtet er. Der Tourismus spiele auch für die Kommune eine wichtige Rolle.

Deshalb werde auch in diesen Bereich investiert. Beim Freibad wurden zwei Wohnmobilstellplätze gebaut, dort soll es auch bald kostenloses drahtloses Internet geben. Da auch der Radtourismus zugenommen habe, ist eine extra Verbindung zwischen Bächlingen und Oberregenbach geplant. Mit dem Sanierungsgebiet „Südliche Vorstadt 2“, mit dem sich der Gemeinderat kommende Woche beschäftigen wird, soll zudem das Stadtbild eine Aufwertung erhalten.

Mit Aktionstagen sollen weiter Touristen in die Stadt gelockt werden: Beliebt sind der traditionelle Ostermarkt, die Langenburg Historic oder die Fürstlichen Gartentage – um nur drei Beispiele zu nennen.

Natürlich gehören auch das Schloss und das Deutsche Automuseum dazu. Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und sein Team tüfteln schon an neuen Attraktionen, wenn die Räume wieder an Ostern aus dem Winterschlaf erwachen. „Wir arbeiten an einer Sonderausstellung für Konzeptfahrzeuge, aber die steht noch nicht“, verrät er. Außerdem will er dem Kletterpark wieder mehr Aufmerksamkeit schenken – schließlich wird der Park 2018 zehn Jahre alt. „Wir basteln da an speziellen Angeboten“, erklärt er. Gemeinsam zögen alle in der Stadt mit, um attraktiv zu bleiben. „Der Freizeitmarkt hat sich ja verändert“, so der Fürst. Die Menschen seien anspruchsvoller. „Da musst du schon um Besucher kämpfen“, meint er.

Statistik zu Übernachtungen in Langenburg


Im vergangenen Jahr gab es laut Kämmerer Markus Zenkert in Langenburg rund 35 000 Übernachtungen. Aus dem Jahr 2016 meldet das statistische Landesamt 26 544 Übernachtungen. Damit hat der Tourismus deutlich zugenommen. Allerdings sprechen die Zahlen nicht für längere Urlaubs­aufenthalte. Im Jahr 2016 lag die durchschnittliche Verweildauer der Übernachtungsgäste bei 1,7 Tagen. Dank des Mawell Resorts kommt die Stadt damit schon wieder an ihre Übernachtungszahlen von 2004 heran, als vor allem durch die Ferienanlage 35 152 Übernachtungen gezählt wurden. 2009 war die Zahl bis auf 5891 gesunken, seit 2014 steigt sie wieder deutlich. fär