Sport Goldenes Reitabzeichen für Bühlerzeller

Frank Wieland mit dem neunjährigen Cascallo. Mit ihm hat er in der Klasse S seine größten Triumphe erzielt.
Frank Wieland mit dem neunjährigen Cascallo. Mit ihm hat er in der Klasse S seine größten Triumphe erzielt. © Foto: Sigrid Bauer
Bühlerzell / Sigrid Bauer 28.08.2018
Frank Wielands Leidenschaft ist das Springreiten. Seit Kurzem trägt er das Goldene Reitabzeichen.

„Reiten ist unser Familienhobby“, stellt der 27-Jährige lachend fest. Bei ihm ist es aber besonders stark ausgeprägt. „Ich bin jeden Mittag hier und trainiere mindestens fünf Stunden am Tag“, erklärt der gelernte Metzger, der im Betrieb seiner Eltern mitarbeitet. Auf der großen Reitanlage in Geifertshofen hat er seit 2006 beste Bedingungen für seinen Sport. Hier stehen ihm eine große Halle und ein Reitplatz zur Verfügung. „Meine Eltern unterstützen mich, wo sie nur können, auch im Betrieb. Sonst könnte ich nicht schon am Donnerstag zu einem Turnier fahren“, räumt er ein.

Pferde spielen bei den Wielands schon lange eine große Rolle. Frank Wielands Großvater hat in Bühlerzell mit der Zucht angefangen. Beide Eltern sind früher geritten, seit 25 Jahren haben sie eigene Reitpferde. „Wir Kinder haben dann natürlich auch früh angefangen, ich mit zehn. Mein Bruder hat aber aufgehört und meine Schwester hat pausiert und beginnt jetzt wieder“, schildert er. Schon mit 18 hat er die höchste Klasse im Springreiten, die Klasse S (schwer) erreicht. „Ich hatte damals ein sehr gutes Pferd, mit dem ich gleich drei Turniere in dieser Klasse gewonnen habe. Leider hat es sich dann verletzt“, berichtet Wieland.

Mit drei Pferden in der Klasse S

Derzeit reitet er mit drei Pferden in der Klasse S. „Dafür müssen sie mindestens sieben Jahre alt sein. Vor Kurzem haben wir ein Pferd mit 16 Jahren aus dem Sport genommen. Ich wollte es eigentlich bei uns behalten, aber wir haben es dann doch zu einem Freund nach Illertissen gebracht. Da kann es den ganzen Tag auf der Koppel bleiben und sein Rentnerleben genießen“, erzählt der 27-Jährige.

Seine Eltern kaufen junge Pferde zwischen einem und vier Jahren, die er ausbildet. Zum Teil werden sie dann verkauft, auch ins Ausland. Trainiert werden sie erst ab dem vierten Lebensjahr. „Das ist mir wichtig, weil ihr Körper dann stabiler ist und die Muskeln besser ausgeprägt sind“, betont der Reitsportler. Er lässt den Jungpferden viel Zeit, sich an den Sattel und an den Reiter auf dem Rücken zu gewöhnen. Erst nach zwei, drei Monaten Dressurreiten beginnt das Sprungtraining.

Alle acht Turnierpferde, die derzeit im Stall stehen, hat Frank Wieland komplett selber ausgebildet. Mit ihnen startet er je nach Leistungsstand und Alter auch in niedrigeren Klassen. „Ich bin mindestens an drei Wochenenden im Monat auf Turnieren und fahre oft schon am Donnerstag“, schildert er. Mit einem Hänger geht das nicht mehr. Stattdessen hat Wieland einen speziellen Lkw, der hinter der Fahrerkabine wie ein Wohnmobil eingerichtet ist und Boxen für mehrere Pferde hat. In ganz Süddeutschland ist er damit unterwegs, begleitet von einer Pferdepflegerin und seinen Eltern, ein paarmal im Jahr auch im Ausland: Polen, Österreich, Italien. Auch seine Verlobte, ebenfalls Turnierreiterin, ist oft dabei.

Regelmäßiges Training

Selbstverständlich gibt es auch für einen so geübten Springreiter wie Frank Wieland noch Verbesserungsmöglichkeiten. Drei-, viermal im Monat trainiert er deshalb den ganzen Tag mit Markus Lindenmaier, einem der erfolgreichsten Springreiter in Süddeutschland. „Wir analysieren meine Läufe und Markus baut dann das Training entsprechend auf, um bestimmte Situationen zu üben“, erklärt Wieland. Dabei arbeitet er nacheinander mit mehreren Pferden.

Das Training macht sich bezahlt: Ungewöhnlich jung hat der Reitsportler, der kürzlich nach Kottspiel gezogen ist, alle Voraussetzungen für das Goldene Reitabzeichen erfüllt: Der schwierigste Teil sind zehn Siege bei Turnieren der Klasse S. 13 solche Siege kann er mittlerweile vorweisen. „Ich kenne viele Reiter, die das goldene Reitabzeichen als Ziel haben, aber es mit 40 oder 50 noch nicht geschafft haben“, sagt Wieland und man merkt ihm an, dass er auf seinen Erfolg stolz ist. „Man braucht auch das passende Pferd dazu und ein Quäntchen Glück“, meint er.

Gold gibt’s nur bei Turniererfolgen

Das neue Reitabzeichensystem besteht aus zehn Abzeichen. Damit ist die Reitausbildung in zehn sinnvolle Schritte unterteilt. Die Reitabzeichen zehn bis sechs decken die Ausbildung vom Beginn bis zur soliden Grundausbildung ab. Das Reitabzeichen 5 ist Voraussetzung für den Turniersport. Das Reitabzeichen in Gold wird nur aufgrund von Erfolgen im Turniersport verliehen. siba

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