Mit Frohsinn gegen Gewalt

Damiana Koch tanzt in einem Kostüm aus dem Karneval von Rio de Janeiro, Matthias Wolf von Samba Salina schlägt die Trommel dazu. Auf dem Haller Marktplatz demonstrieren mehr als 150 Menschen gegen Gewalt an Frauen. Foto: Tobias Würth
Damiana Koch tanzt in einem Kostüm aus dem Karneval von Rio de Janeiro, Matthias Wolf von Samba Salina schlägt die Trommel dazu. Auf dem Haller Marktplatz demonstrieren mehr als 150 Menschen gegen Gewalt an Frauen. Foto: Tobias Würth
TOBIAS WÜRTH 15.02.2013

Nie wieder Vergewaltigung" und "Stoppt Gewalt gegen Frauen", steht auf den Plakaten. Aus einem CD-Player, montiert auf einem Kinderwagen, dröhnt Musik. Tanzend schlängeln sich gestern gut 150 Frauen zwischen den Autos vorbei, die in der Haalstraße wegen der Straßendemo warten müssen. Das Frauenzentrum ruft auf, zum Protest gegen Gewalt an Frauen - auch ein paar Männer sind dabei. Der ein oder andere Autofahrer, der einige Minuten in der Haalstraße wartet, bis der Demozug weiterzieht, wird sich gedacht haben: Ist das nötig?

Aus der Sicht der Teilnehmer eindeutig Ja. "So viel wie geht" wollten sie mobilisieren, erläutert Heike Wagner vom Frauenzentrum. "Übergriffiges Verhalten ist einfach ein Thema. Jede Frau kann davon berichten - sei es von verbaler oder körperlicher Gewalt." Natürlich gebe es auch Gewalt gegen Männer, aber Frauen und Mädchen seien eben meistens die Opfer. "Gewalt gegen Frauen, das ist alltäglich." Und sie wollen sich das nicht bieten lassen. "Da geht gar nichts", gibt Annette Sawade, SPD-Bundestagsabgeordnete, die Linie vor. Bettina Wilhelm, Halls Bürgermeisterin, pflichtet in ihren kurzen Grußworten bei: "Es kann jede von uns treffen." Die Gruppenvergewaltigungen von einer Frau in Indien, die anschließend starb, wird als heftigstes Beispiel von Gewalt an Frauen angeführt.

Da es beim Start der Demo vor dem Alten Schlachthaus langsam kalt wird, fügt Wilhelm an: "Aber jetzt tanzen wir - oder?" Und schon hüpfen die Teilnehmerinnen des nachdenklich-fröhlichen Demozugs durch die Gassen. Hall hat einen Beitrag zur Aktion "One Billion Rising" geliefert. Eine Milliarde Menschen (englisch: Billion) sollten gestern weltweit mobilisiert werden. Die Gruppe V-Day-Bewegung rief zu einem "Aufbegehren gegen die Gewalt an Frauen auf". Denken in sechs Millionen Städten der Welt Aktivisten so wie die in Hall und mobilisiert ähnlich große Gruppen, dann geht die Idee auf, dass eine Milliarde Menschen aufbegehren.

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