Integration Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer

Diana Pankau.
Diana Pankau. © Foto: d
Schwäbish Hall / Tobias Würth 13.03.2018

Darf ein Flüchtling einen Deutschkurs belegen? Wie teuer darf die Mietwohnung für einen anerkannten Asylanten sein? Wo kann man Job-Angebote finden? Viele dieser Fragen werden bei Behörden und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern gestellt. Und einige davon seien gar nicht so leicht zu beantworten gewesen, erläutert Professor Dr. Hartmut Siebert. Der ehemalige Diak-Chefarzt engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Er weiß, dass er manchmal wenig weiß: Mit welchem Flüchtlingsstatus, welche Behörde beim Thema Wohnen, Arbeit und Deutschkursen zuständig sei, das war  am Anfang oft unklar gewesen, erläutert Siebert kürzlich bei der Präsentation der
„Integreat-App“ im Haller Rathaus beim Pressetermin.

Abhilfe in Sicht

Doch mit dieser Orientierungslosigkeit sei jetzt Schluss, versichert Siebert. Stadt-Pressesprecherin Franziska Hof hat zusammen mit Vertretern des Freundeskreises Asyl und der Volkshochschule eine bereits in anderen Städten bestehende Informations-App mit Inhalten bestückt. Die Idee dazu kam von der Integrationsbeauftragten der Stadt Schwäbisch Hall, Diana Pankau (siehe Info).

Eine App ist dabei ein Programm, das man sich aufs Smartphone herunterladen kann. Auf der Startseite erscheint die Frage nach der Sprache: Deutsch, Englisch, Arabisch und Persisch stehen zur Auswahl. Klickt man zum Beispiel auf den Themenbereich Wohnen, erhält man weitere Informationen zum Wohnsitzanmelden, aber auch ganz konkrete Links zum Beispiel zu den Immobilienanzeigen der Zeitung.

Zuzug zu erwarten

Zielgruppen für die Gratis-App sind nicht nur Flüchtlinge. „Gute Tipps auch für Helfer sind dabei“, sagt Siebert. „Mit dieser App wäre es vor zwei Jahren schon leichter gewesen“, räumt er ein. Denn in Zeiten der Massenunterkünfte herrschte auch bei den Helfern manchmal Ratslosigkeit, wer denn bei den Behörden nun für was zuständig ist.

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sagt: „Die Anzahl der Immigranten, die nicht geflüchtet sind, wird wachsen.“ Die App sei damit auch weiterhin wichtig. Er lobt den effektiven Weg, ein bestehendes System zu nutzen. Nur rund 5000 Euro habe das inklusive der vielen Übersetzungen gekostet. Pro Jahr fallen Gebühren von 250 Euro an.

Der Syrer Wael Al Arand hat daran mitgearbeitet. Er absolviert derzeit eine Lehre bei der Optima. „Ich bin seit zwei Jahren in Hall und spreche Englisch. Das hat mir geholfen.“ Daher benötige er selbst diese App nicht unbedingt. Mittlerweile spricht er sehr gut Deutsch. „Für viele wird die App aber wichtig sein, da sie Infos von A bis Z auflistet.“

Info Wer auf seinem I-Phone den „App Store“ anwählt oder auf einem Android-Handy den „Playstore“ kann „Integreat“ angeben. Dann lädt man die App kostenlos herunter. Oder man kann das Programm  im Internet am Computer online ausprobieren, ohne es herunterladen zu müssen: 
https://web.integreat-app.de

Integrationsbeauftragte wechselt zur Awo

Diana Pankau ist seit September 2016 Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Stadt Hall.  Nun wechselt sie ab April auf eine der neugeschaffenen Stellen als Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer bei der Arbeiterwohlfahrt. Die werden durch ein Bundesprogramm finanziert. Die Stadträte haben den Bericht von Diana Pankau über ihre Arbeit Anfang Januar gelobt. Ihre 50-Prozent-Stelle ist auf drei Jahre befristet. Diese sei für die restliche Laufzeit derzeit ausgeschrieben, teilt Edgar Blinzinger, Fachbereichsleiter für Jugend, Schule und Soziales der Stadt Hall, auf Nachfrage mit.

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