Ingenieur Erich Krupp erläuterte dem Gemeinderat, warum sich Abwasser an dem Pumpwerk, das den Regen in Richtung Kläranlage drücken soll, zurückstaut. "Die Leitung führt bisher direkt auf das Pumpwerk und nicht über das daneben liegende Regenüberlaufbecken", erklärte er. Bei den ursprünglichen Berechnungen habe man ermittelt, dass dies wegen der Menge auch nicht notwendig sei. Nun habe man die Theorie mit der Praxis verglichen. Das Ergebnis: Wegen eines Trennsystems von Abwasser und Kanalwasser, das es nur auf dem Plan vollständig gebe, und Fehlanschlüssen auf Grundstücken, komme doppelt so viel Regenwasser an wie berechnet.

"Jetzt soll eine Verbindung zum Regenüberlaufbecken gebaut werden. Wenn das überläuft, entwässert es in die Bibers", so der Fachmann. Bürgermeister Wolfgang Binnig führte aus, dass das Landratsamt der Kommune nur bis zum 31. März Zeit gebe, dieses Problem aus der Welt zu schaffen.

Gemeinderätin Sibylle Oelschläger stimmte dem auch so zu: "Das ist jetzt dringend notwendig, weil schon Schäden entstanden sind." Allerdings stellte sie die Frage, wie dies bei einem erst 2010 erstellen Pumpwerk passieren könne. "Die Planung 2007/2008 wurde nicht eins zu eins realisiert", erklärte der Rathauschef. Damals sei die Wassermenge nur theoretisch anhand der vorhandenen Pläne ermittelt worden. "Erst jetzt gab es eine genauere Untersuchung", so Binnig.

Als besonders ärgerlich bezeichnete Oelschläger die Fehlanschlüsse, wenn beim Bau eines Hauses beispielsweise Dachrinnen doch an den normalen Kanal anstatt an den Oberwasserkanal angeschlossen würden. "Man kann halt nicht immer dabei sein", meinte Binnig. Der Gemeinderat segnete die Maßnahme einstimmig ab.