Der Zustand der Dorfstraße in Gnadental geht den Anwohnern schon seit geraumer Zeit gehörig auf die Nerven. Es gibt zahlreiche tiefe Schlaglöcher, die bislang nur notdürftig mit Splitt aufgefüllt worden sind. „Das hat natürlich nur kurzfristig einen Effekt“, sagt Stephanie Heinrich, die an der Dorfstraße wohnt. „Unter den Gnadentalern ist das schon lange ein Aufregerthema. Vor allem, dass von Gemeindeseite nichts unternommen wird.“ Die Löcher seien mittlerweile so tief, dass sie eine tatsächliche Gefahr darstellten.

Nun hat ein Unbekannter wohl die Gefahr erkannt und die Schlaglöcher mit Blumen markiert. Durch die Hitze sind sie zwar wieder verdorrt, bei den Gnadentalern kam es aber gut an. „Man hätte noch einige Blumen mehr gebraucht, aber ich denke, ein Zeichen hat man damit allemal gesetzt“, sagt Heinrich. Auch Stefan Scheidhauer gefällt die Idee: „Das hat nicht mal die Buga in Heilbronn: Blühende Schlaglöcher gibt’s nur in Gnadental. Das Gute daran ist, dass man nicht mehr in die Löcher reinfährt und sein Auto beschädigt. Vielen Dank an den anonymen Gärtner.“ Heinrich hofft jetzt, dass die Aktion die Verwaltung wachrüttelt und etwas gegen den Zustand unternommen wird.

Schwäbisch Hall/Michelfeld

„Da sind wir dran“, sagt Bürgermeister Wolfgang Binnig auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir werden so schnell wie möglich tätig werden. Das steht auch schon länger auf unserer Agenda.“ Die Arbeiten werde der gemeindliche Bauhof erledigen. Es sei schon entsprechender Kaltasphalt bestellt worden, der nur noch eingebaut werden müsste.

Die Verzögerung erklärt der Schultes so: „Wir haben eine Prioritätenliste, die wir Punkt für Punkt abarbeiten.“ So stehe momentan ganz weit oben die Einweihung des neuen Bauhofareals in Erlin, die für den 20. Juli geplant ist. Die Regale im Gebäude müssten von den Bauhofmitarbeiter selbst aufgebaut werden. Weitere Gründe seien Urlaube und Krankheitsfälle gewesen. „Das soll aber keine Entschuldigung sein“, sagt Binnig. Den Unmut der Anwohner könne er nachvollziehen, sie könnten sich in solchen Fällen aber auch direkt telefonisch bei der Verwaltung melden.

„Mir haben Nachbarn erzählt, dass sie schon öfters im Rathaus angerufen haben. Passiert ist aber nichts“, sagt Heinrich. Man hoffe jetzt, dass „den Worten Taten folgen“.

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