Drei Waggons eines Güterzugs waren am 15. Juni 2017 bei Hirschfelden entgleist. Zerstört wurde dabei auch eine Lärmschutzwand, die nahegelegene Wohnhäuser akustisch von der Bahnstrecke abschirmt.

Obwohl die Gemeinde Michelbach keine Schuld am Unfall trägt, muss sie wohl für einen Teil – voraussichtliche 25 bis 30 Prozent der Gesamtreparaturkosten  – aufkommen. Grund sei, dass die Lärmschutzwand bereits mehrere Jahrzehnte alt ist, sagt Bürgermeister Werner Dörr. Zunächst müsse die Gemeinde komplett in Vorleistung gehen, bevor die Versicherung des Bahn-Tochterunternehmens DB Cargo den Großteil bezahle.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erteilte das Gremium dem Satteldorfer Bauunternehmen Leonhard Weiss den Auftrag, die Lärmschutzwand für 208.035,87 zu reparieren. Bis Ende April sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein.

Reparatur der Lärmschutzwand ist teurer als ursprünglich kalkuliert

Ursprünglich hatte die Michelbacher Gemeindeverwaltung mit deutlich geringeren Kosten von weit unter 200.000 kalkuliert. Dann ging bei einer ersten Ausschreibung letztes Jahr jedoch nur ein einziges Angebot ein, das über 300.000 Euro lag. Bei der zweiten Ausschreibung seien nun fünf Angebote von Bauunternehmen eingegangen, sagte Dörr. Bis auf das von Leonhard Weiss hätten alle Angebote bei weit über 300.000 Euro gelegen. Die hohe Abweichung sei auf die derzeitige wirtschaftliche Lage im Baugewerbe, speziell im Bereich der Deutschen Bahn, zurückzuführen, so die Einschätzung der Michelbacher Gemeindeverwaltung.

Nach der Auftragsvergabe an Leonhard Weiss lobte Werner Dörr noch einmal die Geduld der Anwohner, die fast drei Jahre einer deutlich erhöhten Lärmbelastung ausgesetzt waren.

Bei dem Zugunfall 2017 waren keine Personen zu Schaden gekommen. Allerdings entstanden nicht nur an der Lärmschutzwand, sondern auch an Teilen des Gleisbetts erhebliche Schäden. Die Bahnstrecke zwischen Hessental und Gaildorf musste über mehrere Tage gesperrt werden. Der Zug hatte insgesamt 34 Waggons, war also mehrere hundert Meter lang.