Immer weniger junge Menschen wollen Metzger oder Bäcker werden. Und auch der Beruf, der den Verkauf von Wurst, Fleisch oder Backwaren zum Inhalt hat, steht auf der Beliebtheitsskala weit unten. Dieser Umstand fördert die Konzentration in diesen Lebensmittel verarbeitenden Handwerksberufen.

Genau dieser Punkt ist die größte Herausforderung für den Metzgermeister Harald Schäfer, der jetzt die Geschäfte seines Kollegen Markus Oswald übernommen hat. Oswald war im Haller Westen zweimal vertreten – mit dem Hauptgeschäft im Michelfelder Kerz unweit des Modeparks Röther und mit einer Filiale im Kassenbereich des Supermarkts Kaufland in der Stadtheide.

Metzgermeister haben sich schnell geeinigt

Über die Details des Handels wollen sich die beiden Metzgermeister nicht äußern. Markus Oswald betont, dass es keine wirtschaftlichen Gründe waren, die ihn zum Verkauf bewogen haben.

Landkreis Schwäbisch Hall

Auch über den Preis wollen die beiden Handwerksmeister nichts verraten. In die Verhandlungen waren die beiden Kollegen vor Weihnachten eingestiegen. Harald Schäfer lässt durchblicken, dass man sich relativ schnell geeinigt habe, zunächst per Handschlag.

Oswald hält Schäfer für einen „guten Nachfolger“

Die Filiale In der Kerz hat eine erhebliche Kundenfrequenz. Am Mittwoch, dem Tag vor der Wiedereröffnung durch Schäfer, klopften Menschen, die sich mit Wurst- und Fleischwaren versorgen wollten, praktisch im Minutentakt an die noch verschlossene Tür. Drinnen waren Mitarbeiterinnen damit beschäftigt, die Filiale einzurichten. An der Wand hing noch die Tafel, auf der Markus Oswald der Kundschaft mitteilte, dass er schließen und seinen Betrieb übergeben werde. Oswald bezeichnet Schäfer als „guten Nachfolger“.

Bad Zwischenahn

Am gestrigen Donnerstag eröffnete Schäfer die Verkaufsstelle in Michelfeld, zwei Tage zuvor schon gingen Schäfer Wurst- und Fleischwaren in der Kaufland-Filiale über die Theke.

Ursprung in Übrigshausen

Die Harald Schäfer Hohenloher Fleisch & Wurst GmbH und Co. KG übernimmt alle Oswald-Mitarbeiter, es sind zwischen zehn und vierzehn.

Das Fleisch und die Wurst kommen aus der Schäfer-Zentrale in Forchtenberg. Dorthin ist Harald Schäfer 2008 gezogen. Die Ursprünge seiner Metzgerei sind in Übrigshausen.

Nachwuchs finden ist schwierig

Harald Schäfer beschäftigt etwa 130 Menschen. Rund 40 davon sind Metzger, die in seinem Schlachthof in Forchtenberg arbeiten. Darunter sind drei Meister. Der Metzgereichef bestätigt, dass es schwer ist, erstens Verkaufspersonal für die Filialen zu bekommen, zweitens Nachwuchs für den Beruf des Metzgers zu finden. Zuletzt waren es drei Menschen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, die bei Schäfer ihre Ausbildung abgeschlossen haben – einer aus Pakistan, zwei aus Gambia. „Trotz aller Schwierigkeiten, gutes Personal zu finden, sind wir gut aufgestellt“, erklärt Harald Schäfer. Dass sein Betrieb jetzt zwei weitere Filialen mit Waren zu versorgen hat, stelle kein Problem dar.

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Fleischerei-Betriebe verschwinden


Ihren Sitz hat die Metzgerei von Harald Schäfer in Forchtenberg. Filialen gibt es in Künzelsau (2), Übrigshausen und Schwäbisch Hall (Limpurger Platz, Norma, Spitalbach, 2x Kaufland) und Michelfeld.

99 Metzger in der Region sind in der Fleischerei-Innung Heilbronn-Hohenlohe Schwäbisch Hall zusammengeschlossen. Innungsobermeister ist Harald Hohl, der eine Metzgerei in Obersulm betreibt. Vor anderthalb Jahren gab es noch 110 Betriebe, vor fünf Jahren 170. just