Waldenburg Mehr Tierschutz beim Fleisch

Diese Schweine zeigen sich sehr neugierig. Ob es am Stroh auf dem Boden liegt, dass sie sich scheinbar wohl fühlen? Archivfoto: Kalb
Diese Schweine zeigen sich sehr neugierig. Ob es am Stroh auf dem Boden liegt, dass sie sich scheinbar wohl fühlen? Archivfoto: Kalb
Waldenburg / SWP 04.01.2014
"Fleischkonsum ist keine Sünde, sondern Genuss." Mit diesem Statement eröffnete der Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks, Clemens Dirscherl, die Wintertagung in Hohebuch.

Vor Vertretern der Stadt-Land-Partnerschaft stellte Clemens Dirscherl die Frage, von welchen Tieren und aus welcher Haltungsform das Fleisch stamme. Es gehe dabei um eine alltäglich praktizierte Tierethik.

Daran knüpfte Bianca Haußner vom Deutschen Tierschutzbund an. Sie machte deutlich, dass man sich beim Tierschutzlabel mit der Realität in der landwirtschaftlichen Praxis befasse. Das Image der Fleischproduktion sei, befeuert durch immer neue Skandale, zunehmend schlechter. Gleichzeitig stelle sich die Herausforderung einer fairen Preisgestaltung für die Landwirtschaft, um deren Betriebsexistenz zu sichern. Auch müsse mehr Transparenz an der Fleischtheke hergestellt werden, damit Verbraucher Fleisch aus artgerechterer Haltungsform erkennen könnten. Deshalb habe der Tierschutzbund ein zweistufiges Tierschutzlabel auf den Markt gebracht, mit dem bis heute in 14 Betrieben rund 40000 Mastschweine und in 44 Betrieben rund zehn Millionen Masthühner artgerecht gehalten werden. Mit dem Tierschutzlabel versehene Produkte gebe es auch in Supermärkten oder beim Discounter.

In den Diskussionen prallten die Ansichten von Landwirten und Verbrauchern aufeinander: Die Wirtschaftlichkeit wurde von Landwirten in Frage gestellt, weil Preisaufschläge von 30 bis 50 Prozent nötig seien, um die Wirtschaftlichkeit zu realisieren, heißt es in der Pressemitteilung des Bauernwerks. Denn mit den Platzansprüchen seien auch größere, teurere Gebäude verbunden. Kritik wurde an den Forderungen nach Auslauf geübt, weil diese zu einem erheblichen Platzaufwand und zu Konflikten um Nutzungsflächen führe.

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