Breitbandversorgung Mehr Tempo im Netz ist das Ziel

Bühlertann / Rainer Richter 30.06.2018

Im pädagogischen Netz der Schule befinden sich zurzeit 80 Computer, die mit speziellen Programmen ausgerüstet sind. Ein Großteil der PCs ist mittlerweile sechs bis acht Jahre alt und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand – besonders wenn auf die Bildungs-Cloud des Landes ab 2019 auch in Bühlertann zugegriffen werden soll. In Abstimmung mit der Schulleitung sollen deshalb in diesem Jahr noch 30 Computer im pädagogischen Netz modernisiert werden.

Voraussetzung für den Ausbau ist jedoch ein leistungsfähiger Internetzugang. Seit einigen Monaten arbeitet daher die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises an einem Konzept, den Breitbandausbau im Kreis gebündelt voranzubringen. Bislang konnten nämlich vor allem die Metropolen und urbane Siedlungsräume von der Digitalisierung profitieren.

Selbst wenn Gemeinden auf eigene Rechnung entsprechende Kabel verlegten, mussten sie nochmals Geld in die Hand nehmen, um einem Provider den weiteren Ausbau schmackhaft zu machen. In ländlichen Gebieten hielten sich diese wegen der geringen Gewinnerwartung oft zurück. Doch gerade für dünn besiedelte Regionen außerhalb verdichteter Ballungsräume existieren zahlreiche unerschlossene Potenziale. Das setzt jedoch voraus, dass keine Erreichbarkeitsdefizite vorhanden sind. Eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Breitbandinternet ist nötig.

Versorgungssicherheit steigt

Heinz Kastenholz, Mitarbeiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, stellte dem Gemeinderat ein Kooperationsmodell vor, um dieses Ziel zu erreichen. Die Vorteile: Mit dem Backbone-Ausbau wird ein zusammenhängendes Netz geschaffen, an dem alle 30 innerörtlichen Netze angeschlossen sind. Mit etwa 165 Übergangspunkten und um die 70 Anknüpfungspunkten entsteht ein Glasfasernetz, das für die verschiedenen existierenden Netzbetreiber attraktiv ist. Die Versorgungssicherheit steigt.

Abseits der großen Glasfasertrassen liegende Kommunen können sich durch den solidarischen Aufbau des Backbone-Netzes erheblich einfacher anschließen. Durch die Förderung dieser Initiative können alle 30 Kreiskommunen den vollen Fördersatz von 110,50 Euro pro laufendem Meter Lehrrohrverlegung erhalten. Die gemeinsame Planung vereinfacht den Aufbau und vermeidet Doppelplanungen. Derzeit schlecht versorgte und auch künftig für Netzbetreiber unattraktive Gebiete werden durch die gemeinsame Netzausschreibung mitversorgt.

Die Gemeinderäte haben einstimmig der Vereinbarung der interkommunalen Zusammenarbeit im Breitbandausbau zugestimmt. Der Ausbau des Backbone-Netzes soll über den Landkreis, der Ausbau der innerörtlichen Netze von den einzelnen Kommunen finanziert werden.

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