Firmen aus der Region Mehr Stellen bei Bechtle, Lidl und Würth

Im November wurde an der neuen Gaildorfer Lidl-Filiale noch gearbeitet. Inzwischen ist der Standort eröffnet.
Im November wurde an der neuen Gaildorfer Lidl-Filiale noch gearbeitet. Inzwischen ist der Standort eröffnet. © Foto: ht
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 09.01.2019
Drei große Handelsgesellschaften aus der Region haben im zurückliegenden Jahr bemerkenswert viele neue Stellen in ganz Deutschland geschaffen.

Würth stellte rund 2000 neue Mitarbeiter ein. Lidl gab rund 1000 zusätzlichen Menschen Arbeit. Bechtle schuf 800 neue Stellen. Die Zahlen stammen aus einer Übersicht, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus ihren Archiven zusammengestellt hat. Damit gehören die drei großen Konzerne aus der Region Heilbronn-Franken zu denjenigen 25 deutschen Unternehmen, die die meisten Neueinstellungen vorgenommen haben.

Allerdings werden die Stellen nicht alle in der Region angeboten. Würth hat in ganz Deutschland Niederlassungen, Bechtle ebenso. Und Lidl-Supermärkte sind nahezu an jedem größeren deutschen Ort angesiedelt.

Im ganzen Land unterwegs

Der Würth-Konzern aus Künzelsau gibt die Zahl seiner Niederlassungen in Deutschland mit 470 an. Darüber hinaus hat der Spezialist für Befestigungstechnik rund 3000 Außendienstmitarbeiter im Einsatz. Das Unternehmen spricht von „Deutschlands stärkster Vertriebsmannschaft“.

Bechtle, das seine Zentrale in Neckarsulm hat, die Buchhaltung aber in Gaildorf betreibt, bietet seine IT-Dienstleistungen sowie rund 70 000 IT-Handelsprodukte deutschlandweit in rund 50 Systemhäusern an sowie in 20 weiteren in Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus arbeiten die Bechtle-Mitarbeiter in 52 überregionalen Kompetenz- und 22 Schulungszentren.

Abflug aus Hall

Seit 1973 hat der Discounter Lidl in Deutschland 3200 Filialen aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens hat Lidl die Mitarbeiter je Filiale in den vergangenen Jahren von 11 auf durchschnittlich 20 erhöht. Längst hat das Unternehmen, das im Begriff ist, seine Deutschland-Zentrale von Neckarsulm nach Bad Wimpfen zu verlegen, andere Länder Europas und darüber hinaus ins Visier genommen. Hinsichtlich dieser Internationalisierung spielt der Flughafen in Schwäbisch Hall für die Lidl-Manager eine wichtige Rolle. Sie müssen ihren Tag nicht nach den Reisemöglichkeiten an den großen Flughäfen Stuttgart oder Frankfurt planen, sondern können individueller unterwegs sein.

Bedeutung der Digitalisierung

Spielt die Digitalisierung eine Rolle was den Stellenauf- oder -abbau anbetrifft? In dieser Hinsicht sind sich Fachleute uneins. Nach Erkenntnissen der Unternehmensberatung Tata Consultancy Services spiele es eine wichtige Rolle, neue Weiterbildungsangebote zu schaffen, um den technischen Wandel umsetzen zu können und die entsprechende Entwicklung der Unternehmenskultur zu gestalten. Diese Einschätzung spricht zunächst einmal für einen weiteren Stellenaufbau.

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Mitarbeiter hatte Bechtle im Jahr 1988. 1998 waren es 800, 2014 bereits 6572 und aktuell etwa 8800.

Großunternehmen bauen Arbeitsplätze auf

Was den Stellenaufbau im zurückliegenden Jahr in Deutschland anbetrifft, steht die Deutsche Bahn an Nummer 1. Sie hat rund 24 000 neue Stellen geschaffen. Es folgt die Deutsche Lufthansa (8000) vor der Beratungsgesellschaft PWC (2500). Der Online-Händler Amazon hat wie Würth hierzulande 2000 neue Stellen besetzt. Im Vergleich: Die Drogeriemarktkette dm erhöhte die Zahl ihrer Arbeitsplätze um 200, Ikea um 150.

Dem Stellenaufbau steht ein Abbau gegenüber. In dieser Liste steht die Deutsche Bank an erster Stelle. Sie hat vor, bis Ende 2019 etwa 7000 Beschäftigte loszuwerden. Die Deutsche Bank beschäftigt in Deutschland 43 000 Menschen, weltweit 97 000.

Erwähnt ist die Südwestbank. Das Stuttgarter Geldhaus, das unter anderem in Schwäbisch Hall eine Niederlassung hat, hat im zurückliegenden Jahr 120 Arbeitsplätze abgebaut.

Eine Bank steht auch in der weltweiten Betrachtung der Stellenabbau-­Zahlen an Nummer 1. Wells Fargo, ein amerikanisches Geldhaus, verringert die Zahl seiner Mitarbeiter um 26 000. Im Jahr 2017 hatte das Institut, das seinen Sitz in San Francisco hat, 263 000 Mitarbeiter. Es galt zu der Zeit hinter JP Morgan Chase als zweitwertvollste Bank überhaupt, gemessen an der Marktkapitalisierung.

In der Liste, die die Frankfurter Allgemeine zusammengestellt hat, taucht der Technologiekonzern Siemens mit einem Stellenabbau bis 2020 von 2900 Mitarbeitern im Vorderfeld auf.

Großunternehmen in Deutschland haben 2018 einerseits 72 000 Stellen geschaffen, andererseits 35 000 Arbeitsplätze abgebaut. Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr nahezu 580 000 Stellen aufgebaut. In diesem Jahr könnten 440 000 neue Arbeitsplätze hinzukommen, vermutet die Unternehmensberatung EY (Ernst und Young). just

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