Ortsentwicklung Mehr Platz für zukünftige Kupferzeller Bürger

Um bis zu 28 Wohneinheiten könnte die Gemeinde durchschnittlich pro Jahr zulegen.
Um bis zu 28 Wohneinheiten könnte die Gemeinde durchschnittlich pro Jahr zulegen. © Foto: dpa/Jens Büttner
Kupferzell / Christian Nick 28.08.2018
Der Gemeinderat gibt grünes Licht für die Schaffung weiterer Wohnbauflächen. 28 neue Einheiten pro Jahr sind geplant.

Gerade wird der dritte Abschnitt im Neubaugebiet Döttinger Straße von Bauarbeitern und Häuslebauern in Besitz genommen. Der Blick der Verantwortlichen jedoch driftet schon weit in die Zukunft: Kupferzell ist eine vitale Wachstumsgemeinde, die Prognose des Statistischen Landesamts geht bis 2035 von einem Bevölkerungsanstieg von mindestens 5,3 Prozent aus.

Daraus resultiert ein Bedarf an neuen Wohnhäusern. Dem will die nun im Gemeinderat präsentierte Ausweisung von Wohnbauflächen Rechnung tragen. Die Sache hat nur einen Haken: Zwar sind im Flächennutzungsplan (FNP) neue Wohnbauflächen vorgesehen – allerdings nicht unbedingt dort, wo es die Gemeinde gerne hätte.

Lieber hier statt dort bauen

Die Lösung wäre ein sogenannter Flächentausch: Einige dieser bereits im FNP ausgewiesenen Flächen, die aber nicht mehr bebaut werden sollen oder können, werden gestrichen, um im Gegenzug die zum Bauen favorisierten Zonen ausweisen zu können.

Konkret sind gegenwärtig im Bereich Döttinger Straße 5,75 Hektar an Wohnbaufläche ausgewiesen, hier sollen knapp 2,87 Hektar herausgenommen werden. Im Eschental beträgt die Tauschfläche einen Hektar – und im Bereich Künsbach wird die gesamte potenzielle Baufläche (0,46 Hektar) zur Tauschfläche. Für diese insgesamt 4,3 Hektar sollen an folgenden Stellen Wohnbauflächen entstehen: im Bereich Kupferaue, am Schlossgarten, im Teilort Westernach am Becken­äcker sowie an der Riedenstraße.

Ein Vorschlag von Planerin Mireille Mayer: Zunächst soll der Bereich Kupferaue, danach ab voraussichtlich 2020 der Schlossgarten entwickelt werden, ehe bis ungefähr 2025 Beckenäcker und Riedenstraße folgen. Um bis zu anderthalb Hektar Wohnbaufläche und 28 Wohneinheiten könnte die Gemeinde durchschnittlich pro Jahr zulegen – wenn der Regionalverband zustimmt.

Häckel zweifelt Zahlen an

Berechnungsgrundlage ist eine Bevölkerungsdichte von 45 Einwohnern pro Hektar und ein ebenso großer Anstieg der Einwohnerzahl pro Jahr. Für 65 Kupferzeller und Zuziehende soll jährlich neuer Wohnraum geschaffen werden. Diese Zahlenbasis zweifelte Jürgen Häckel (UWG) mit markigen Worten an: Die Berechnung sei „schlicht falsch“, der Bedarf an neuen Wohnbauflächen deutlich größer, wenn man aktuelle Zahlen zugrunde lege. Der Gemeinderat bezog sich in seiner Argumentation laut eigener Aussage auf eine Verordnung des baden-württembergischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Eine Rechnung, die für Mayer nicht aufging: „Ich habe selbst beim Statistischen Landesamt nachgefragt, im Juni lagen nur die Zahlen von 2016 als Berechnungsgrundlage vor“, erwiderte sie dem Kritiker. Genaue Werte seien vonnöten, keine Prognosen.

Häckel freilich konnte sie nicht überzeugen: „Da widerspreche ich massiv.“ Konsequenterweise stimmte er denn auch als Einziger gegen die Planungen, die der Rat wenig später auf den Weg brachte. Bürgermeister Schaaf indes betonte den Projektcharakter der Planungen: „Wir gehen es jetzt mal ganz entspannt an, Änderungen sind auch zu späteren Zeitpunkten jederzeit noch möglich.“

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