Elektrotechnik MBS baut in Sulzbach neues Lager

Landrat Gerhard Bauer und Unternehmer Wolfgang Gilgen sind bereit zum Spatenstich. Die MBS AG erweitert in Sulzbach-Laufen.
Landrat Gerhard Bauer und Unternehmer Wolfgang Gilgen sind bereit zum Spatenstich. Die MBS AG erweitert in Sulzbach-Laufen. © Foto: just
Sulzbach-Laufen / Jürgen Stegmaier 17.04.2018

In einem Sandhaufen stecken elf Spaten. Alles ist vorbereitet für einen symbolischen Akt. Architekten und das ausführende Bauunternehmen haben sich aus Aalen auf den Weg gemacht. Bürgermeister Markus Bock und Firmenchef Wolfgang Gilgen kommen zu Fuß an die künftige Baustelle. Landrat Gerhard Bauer steigt aus seinem Dienstwagen.

Das Gelände gegenüber der MBS (die drei Buchstaben stehen für Messwandler Bau Sulzbach) wurde von der Baufirma Berroth gekauft. Diese nutzte es als Bauhof. Das dortige Gebäude wird derzeit abgerissen, auf dem Grundstück wird bis im Herbst das neue MBS-Teilelager entstehen. 150 Quadratmeter sind für den Versand vorgesehen, 550 für die Logistik. Das Besondere an diesem Industriebau wird sein, dass er auf Pfählen stehen wird. Über diese wird er mit Erdwärme versorgt. Zusammen mit einer Solaranlage auf dem Dach sollen so die Vorgaben der Energiesparverordnung um 45 Prozent unterschritten werden.

Marktführer in Deutschland

Wolfgang Gilgen spricht von einem Meilenstein für sein Unternehmen. „Wenn die Ressourcen knapper werden, muss man mehr messen, um sparen zu können. Man braucht Geräte wie unsere, um Energie zu sparen“, sagt der Unternehmer, der einen Professorentitel führt. 40 Prozent der Messwandler, die in Sulzbach hergestellt werden, gehen in den Export, 60 Prozent werden in Deutschland verkauft. Damit würden hierzulande 80 Prozent der Marktnachfrage gedeckt.

Auf dem Energieübertragungsweg zwischen Kraftwerk und Verbraucher ist an einer Vielzahl von Messstellen die korrekte Erfassung der Stromstärken notwendig. Technik dafür wird von der MBS AG entwickelt und gefertigt.

Hohe Fertigungstiefe

Das Unternehmen werde solide geführt. Die Eigenkapitalquote liege bei 72 Prozent. Die langjährige Umsatzsteigerung des 1977 gegründeten Betriebs betrage etwa 7 Prozent. Im zurückliegenden Jahr habe MBS rund 32 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis würde sich entsprechend entwickeln, lässt der Eigentümer erkennen.

Nach eigenen Angaben ist die MBS AG einer der erfolgreichsten Hersteller von Nieder- und Mittelspannungsstromwandlern sowie Messumformern. In Sulzbach arbeiten 160 Beschäftigte für das Unternehmen. Gestern kündigte Wolfgang Gilgen an, dass der Standort immer weiterentwickelt werde. Als nächster Schritt sei ein Silo geplant, um Kunststoffgranulat, das derzeit noch in Säcken angeliefert wird, zu lagern und direkter verarbeiten zu können. Dieser Schritt werde Kosten sparen und die Umwelt entlasten, so Wolfgang Gilgen.

Nahezu alle Komponenten, die MBS benötigt, würden selbst gefertigt. Verkaufsleiterin Claudia Kister gibt die Fertigungstiefe mit 98 Prozent an. Gute Qualität und hohes Tempo seien für den Erfolg verantwortlich, betont Wolfgang Gilgen. Dadurch hebe sich MBS von den Mitbewerbern ab.

Gerhard Bauer erwähnt, dass die MBS AG national und international auf sich aufmerksam macht. Insbesondere betont der Landrat, dass das Unternehmen mutig und weitsichtig geführt werde. Das Ergebnis seien nicht zuletzt zukunftsfähige Arbeitsplätze. Auch Bürgermeister Markus Bock betont die Bedeutung der Arbeitsplätze für seine Gemeinde.

160

Mitarbeiter stellen bei MBS täglich rund 7000 Stromwandler für die 6000 Kunden in 72 Ländern her.

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