Landwirtschaft Maschinenring Hall feiert 50-jähriges Bestehen

Ilshofen / Ernst-Walter Hug 03.09.2018
Am gestrigen Sonntag feiert der Verein das Jubiläum unter anderem mit Gründungsmitgliedern in der Arena Hohenlohe.

Teure Maschinen für die Landwirtschaft stehen auf Einzelhöfen oft monatelang ungenutzt in einer Scheune. Warum also nicht Anschaffung und Nutzung mit anderen Landwirten teilen? Diese Überlegung stand am Anfang der Gründung von Maschinenringen.  In Hall wurden solche Gedanken 1968 in die Praxis umgesetzt. In Bühlerzimmern wurde der Landwirtschaftliche Maschinenring  gegründet. Die erste Mitgliederversammlung fand mit 42 Teilnehmern am 6. Mai desselben Jahres in Sulzdorf statt.

Davon berichtete gestern Vorsitzender Erhard Frenz zum Festakt in der Arena Hohenlohe in Ilshofen. Der Maschinen- und Betriebshilfsrings Schwäbisch Hall feierte dort mit geladenen Gästen sein 50-jährige Bestehen. Mit dabei waren bei Gottesdienst und Festakt 20 der einstigen Gründungsmitglieder des Vereins.

Es traten auf die „Rouder Schnäpsle“,  eine siebenköpfige Blechblastruppe  aus Hohenloher Landen, die alles andere als biedere Marschmusik spielt,  und das Percussion-Duo Thomas Scheurer und Michael Müller aus Schwäbisch Hall, das schon  während des Festaktes den Ablauf der Reden mit seinen Rhythmen und „Ich muss Euch was erzählen... adubedi baba  a dube didu“-Einlagen  auflockerte.

Maschinen werden komplexer

Damals, bei der Vereinsgründung Ende der 60er, waren viele Höfe noch kleiner, so klein, dass selbst die Anschaffung eines Traktors schon finanziell an die Belastungsgrenze manches Bauern ging, so Frenz. Damals begegneten sich noch vielerorts Pferdefuhrwerke und Traktoren auf den Feldwegen. Heute, wo viele Kleinbauern aufgegeben haben, die Höfe insgesamt zwar größer und leistungsfähiger sind, hat sich an dem Problem nichts geändert. Die Maschinen wurden größer, leistungsfähiger, mechanisch komplexer – und dadurch auch viel teurer. Das verhalf im Gegenzug dem Maschinenring zum großen Wachstum.

805 Mitglieder  teilen sich heute die Maschinen und Angebote, die ihr Verein  über die mittlerweile gegründete  vereinseigene Asedi GmbH an verschiedenen Mietstationen im Schwäbisch Haller Umland bereitstellt: Schlepper, Güllefasswagen mit sogenannten Schleppschuhverteilern,  was die Geruchsbelästigung beim  Düngen von Feldern deutlich verringern soll, Eggen, Walzen und Hackstriegel: große Gerätschaften im Wert von mehr als 4 Millionen Euro.

Der Maschinenring hat sich in den 50 Jahren seiner Geschichte professionalisiert. Anfangs wurde die Vereinsarbeit von den Vorständen und mitarbeitenden Mitgliedern meist abends nach getaner Feldarbeit zuhause  ehrenamtlich erledigt. Dazu gehörte das Tippen von Rechnungen, Briefen, Rundschreiben und Informationen  auf der mechanischen Schreibmaschine.

Bestellung über App möglich

Heute nutzen die zehn Vorstandsmitglieder  mit dem Vorsitzenden  Erhard Frenz und das siebenköpfige Büroteam mit Geschäftsführer Fritz Hube moderne Büroräume im alten Rathaus von Ilshofen. Natürlich auch moderne Kommunikationsmittel. Dazu gehört etwa die vor drei Jahren eingeführten App, mit der sich Landwirte ihre benötigten Maschinen bestellen können.

In all den Jahren hat sich auch das Tätigkeitsfeld des Maschinenrings, der sich 1987 in Maschinen- und Betriebshilfsring umbenannte, deutlich erweitert. Die Asedi GmbH vermietet längst nicht nur Maschinen. Sie engagiert sich über die angeschlossenen Landwirte auch in der Grün- und Landschaftspflege bei Kommunen, beim Diak oder bei den Haller Stadtwerken, etwa am Schenkenseebad. Dazu kommen für die Asedi GmbH weitere, auch private  Auftraggeber, unter anderem für den Winterdienst. Das schaffe vielen Landwirten in der ruhigeren Jahreszeit ein beständigeres Einkommen.

Teil des Schwäbisch Haller Maschinenrings ist der eigens gegründete Betriebshilfedienst. Auch dieser begann klein, mit nebenberuflichen Helfern, die nach Unfällen oder bei Krankheit des Bauern einsprangen, den betroffenen Hof am Laufen hielten. Ende der 80er kamen Helferinnen hinzu, die  nicht nur beim Melken oder der Feldarbeit mit anpacken, sondern auch im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.  Daraus hat sich ein sozialer Hilfsdienst entwickelt, der mit 34 Mitarbeitern mittlerweile bis zu 70 Prozent seiner Arbeit in städtischen Haushalten verrichtet.

Gründungsmitglieder geehrt

Für 50 Jahre ausgezeichnet wurden Heinz Bauer (Rudelsdorf), Karl Bausch (Wolpertsdorf), Werner Breuninger (Hörlebach), Fritz Dierolf (Elzhausen), Karl Klotz (Sulzdorf), Karl Köhler (Jagstrot), Johannes Kolb (Rückertsbronn), Wilhelm Krauß (Sulzdorf), Walter Kühnle (Jagstrot), Walter Kühnle (Reinsberg), Friedrich Laukenmann (Steinbächle), Kurt Lober (Rückertsbronn), Werner Lober (Rückertsbronn), Otto Messerschmidt (Gaugshausen), Emil Nieß (Dörrenzimmern), Fritz Philipp (Bühlerzimmern), Gerhard Reichert (Matheshörlebach), Fritz Thier (Gottwollshausen), Karl Wittmann (Wackershofen) und Hermann Wollmershäuser (Cröffelbach).

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