Schwäbisch Hall Martin Haag von Haalgschrey: Unplugged, also kein Beschiss

Martin Haag spielt auf dem Kuchen- und Brunnenfest Gitarre.
Martin Haag spielt auf dem Kuchen- und Brunnenfest Gitarre. © Foto: Privatfoto
Schwäbisch Hall / OLGA POSSEWNIN 09.06.2014
Er hat sich der mittelalterlichen Musik verschrieben, weil er sie für ehrlich hält. Martin Haag ist seit 2004 Leiter der Gruppe Haalgschrey.

Es hat 34 Grad, als Martin Haag, der die mittelalterliche Musikgruppe Haalgschrey leitet, am Sonntagnachmittag am Rande des Siedersfestes auf dem Unterwöhrd unter einem Schatten spendenden Baum steht und von seiner Passion erzählt. „Ich habe es meiner Frau zu verdanken, dass ich bei Haalgschrey bin“, sagt Haag. Sie sei als Flötistin vor ihm Mitglied bei der Musikgruppe gewesen und habe ihn angesteckt. Damals, im Jahr 2002, dem Gründungsjahr von Haalgschrey, seien es noch 30 Musiker gewesen. Heute sind es lediglich elf. Grund für die Reduzierung sei, dass von den Sängern und Instrumentalisten viel abverlangt werde, erklärt Haag. Zurzeit seien sie zum Beispiel auf der Suche nach einem Sackpfeifer. „Die sind allerdings rar“, weiß der 55-Jährige.

2004 stieg Haag, der im normalen Leben bei der Bausparkasse arbeitet, zum Spielgruppenleiter auf. „Der frühere Kopf von Haalgschrey, Kalle Loske, hatte keine Zeit mehr für diese Aufgabe und weil es nicht viele Alternativen gab, habe ich seine Nachfolge übernommen“, erinnert sich der Musiker. Nun arrangiert Haag die Stücke für die elfköpfige Gruppe, von denen manche selbst komponiert, manche aus dem Internet sind. Letztere werden dann ab und an modifiziert.

Der 55-Jährige selbst spielt Drehleier, Djembé ( eine westafrikanische Bechertrommel), Gitarre und Gitarrenlaute. Und er singt natürlich – wie alle anderen Mitglieder von Haalgschrey. Geprobt wird zweimal die Woche, aufgetreten bis zu 15-mal im Jahr – neben dem Siedersfest bei den Salztagen in Hall, auf Mittelaltermärkten oder auf Hochzeiten.

Was Haag an dieser Art von Musik gefalle, sei, dass sie ehrlich ist. Die Texte dürften auch mal kritisch sein. So könne man sich Seitenhiebe wider die Kirche erlauben. „Außerdem ist sie immer unplugged, also kein Beschiss“, stellt er augenzwinkernd fest.