Anstoß und Ideen für eine gute innerörtliche Entwicklung wollen der Verein Marketing Mainhardt im Schulterschluss mit der Gemeindeverwaltung und des Energie-Zentrums geben. Das stellt Helmut Fischer, Vorstandsmitglied des Vereins, fest. Für März, haben die drei lokalen Akteure den Hannoveraner Professor Henning Austmann in die Waldhalle eingeladen. Der ehemalige Unternehmensberater und Entwicklungshelfer ist Mitbegründer und Moderator der Ideenwerkstatt Dorfzukunft. Derzeit lehrt und forscht Austmann an der Schnittstelle von Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung an der Hochschule.

„Einfach. Besser. Leben: Kultureller Wandel für echte Nachhaltigkeit“, lautet der Titel des Vortrags, den er in Mainhardt halten will. Austmann will sich für einen kulturellen Wandel starkmachen. Er sagt: „Technik und Politik haben kaum nennenswerte Fortschritte – geschweige denn die notwendigen Erfolge – erzielen können. Es braucht daher ein Umdenken und einen kulturellen Wandel, damit der Klimawandel nicht die Existenz auf der Erde zerstört.“

„Ein bisschen Bullerbü“

„Das Thema ist interessant“, sagt Helmut Fischer. „Wir wollen unseren Mitgliedern einen Vorteil bieten und den Bürgern etwas anbieten, was es sonst nicht gibt.“ Der Gewerbeverein hoffe auf viele Besucher aus den drei Wäldergemeinden Großerlach, Wüstenrot und Mainhardt. „Wir sind gespannt, was Professor Austmann erzählen wird.“ Austmann ist neben seiner Lehrtätigkeit ehrenamtlicher Geschäftsführer von zwei gemeinwohlorientierten Kollektivbetrieben.  In dieser Funktion initiierte er die Ideenwerkstatt Dorfzukunft für drei Dörfer. Sein Ansatz: „Ein bisschen Bullerbü in Süd-Niedersachsen. Menschen aus drei Dörfern machen sich gemeinsam stark für mehr Lebensfreude auf dem Land und für eine langfristig gesicherte und ökologisch orientierte Zukunft ihrer Heimat.“

Betriebe besichtigen

Seit vergangenem Jahr bietet der Gewerbeverein seinen Mitgliedern zwei- bis dreimal Betriebsbesichtigungen an. „Wir waren unter anderem bei Rolf Pfeil, der Computer verkauft und Dienstleistungen auch für Firmen anbietet. Bei diesen Führungen kann man hinter die Kulissen schauen und Netzwerke und Verbünde herstellen. Schauen, was macht der andere, was können wir gemeinsam machen.“ Wenn es dann gelinge, dass die Mitglieder Geschäftsbeziehungen zu den anderen Betrieben in den drei Mainhardter-Wald-Gemeinden aufnehmen, profitierte die ganze Raumschaft.

Kaufkraft im Ort halten

Weiter vorantreiben möchte der Gewerbeverein auch den Mainhardter-Wald-Gutschein. „Das ist Thema demnächst bei der Hauptversammlung“, berichtet Fischer weiter. Dieser soll folgendermaßen funktionieren: Bürger können den Gutschein in einem Mitgliedsbetrieb des Gewerbevereins der drei Gemeinden kaufen. Eingelöst werden kann der Gutschein in jedem Mitgliedsbetrieb, der bei dieser Aktion mitmacht. 

„Die Karte kann wie eine EC-Karte verwendet werden, wie Bargeld“, erläutert Fischer. Mit dem Geschenk-Gutschein könne der Empfänger beispielsweise ebenso gut Essen gehen, das Auto betanken oder Handwerker damit bezahlen. Seiner Ansicht nach komme der Gutschein ebenso für Privatleute infrage wie auch für Betriebe, die beispielsweise ihre Mitarbeiter ehren wollen.

Erst 2021 Gewerbeschau

Turnusgemäß wäre die Partnergemeinde Großerlach im kommenden Jahr dran, die Gewerbeschau der drei Wald-Gemeinden auszurichten. Weil sich aber die Bauarbeiten an der B 14 in Großerlach hinziehen werden, soll die Gewerbeschau auf 2021 verschoben werden.

Info Der Abend mit Professor Henning Austmann zum Thema „Einfach. Besser. Leben: Kultureller Wandel für echte Nachhaltigkeit“ ist für Dienstag, 19. März, 19 Uhr, in der Waldhalle geplant. Die Ideenwerkstatt Dorfzukunft holte 2018 den Innovationspreis des europäischen Dorferneuerungswettbewerbs. Anmeldung ist nicht erforderlich.

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