Schwäbisch Hall Manz schiebt Entscheidung über Solar auf

JÜRGEN STEGMAIER 11.12.2015
Manz will im Jahr 2016 keine roten Zahlen mehr aus der Solarsparte in seinen Büchern haben. Die Entscheidung darüber, wie das zu bewerkstelligen ist, wurde jetzt aufgeschoben. Sie fällt im neuen Jahr.

Einerseits hängt das Herz von Gründer und Vorstandschef Dieter Manz an der Solarbranche. Andererseits kann sich das Unternehmen andauernde Verluste aus dieser Sparte nicht leisten. Im Herbst entschied sich das Unternehmen deshalb, hinsichtlich seines Geschäftsbereichs Solarmaschinenbau aktiv zu werden. Ins Auge gefasst wurden - und werden weiterhin - drei Möglichkeiten: Entweder verkauft Manz seinen Solarbereich oder das Unternehmen findet einen strategischen Investor, also einen Partner, der sich beteiligt. Die dritte Möglichkeit: Der Reutlinger Maschinenbauer verfolgt das Solargeschäft nicht weiter, gibt es auf. Manz betont ausdrücklich, dass diese Möglichkeit zuallerletzt ins Auge gefasst wird. Allerdings kann das Unternehmen diesen Schritt auch nicht ausschließen.

In Hessental entwickelt, fertigt und konfiguriert Manz mit seiner Tochtergesellschaft Manz CIGS Technology GmbH mit knapp mehr als 100 Mitarbeitern Maschinen zur Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen der CIGS-Technik. Ziel ist es, eine fertige Produktionsanlage zu verkaufen. Gelingt dies, schlägt sich das mit einem zweistelligen Millionen-Betrag in der Umsatz-Entwicklung nieder. Seit Jahren aber erfüllen sich die Hoffnungen nicht.

Die börsennotierte Manz AG leidet seit Monaten an Auftragsstornierungen und -verschiebungen in den Bereichen Energy Storage (im Wesentlichen Herstellung von Batterien) sowie Electronics (Displays und Bildschirme). Umsatz- und Ergebnis-Erwartungen mussten deutlich zurückgenommen werden. "Vorstand und Aufsichtsrat der Manz AG haben als Konsequenz der aktuellen Geschäftsentwicklung eine Anpassung der Kapazitäten an den deutschen und internationalen Standorten beschlossen. Der Personalabbau ist Bestandteil des Ende Oktober eingeleiteten Restrukturierungsprogrammes, dessen Umsetzung dem Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr die Rückkehr zur operativen Profitabilität ermöglichen soll", schreibt Manz. Das Unternehmen baut an seinen deutschen Standorten Reutlingen (54), Karlsstein (6) und Tettnang (13) insgesamt 73 Arbeitsplätze ab. Die beiden anderen deutschen Standorte Schwäbisch Hall und Tübingen sind vom Abbau nicht betroffen. An ausländischen Standorten verlieren 101 Beschäftigte ihre Arbeit.