Asyl Mainhardter Freundeskreis Asyl schmiedet Pläne für die Ankunft der Flüchtlinge

FLORIAN WEISSER 09.10.2015
Der Mainhardter Freundeskreis Asyl hat sich am Montag zum zweiten Mal getroffen. Das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Mitglieder ist hoch. Sie wollen die Flüchtlinge persönlich willkommen heißen.

Mit dem aktuellen Videoclip "Steht auf, wenn ihr Menschen seid", in dem der ehemalige Fußballprofi Gerald Asamoah die Hauptrolle spielt, eröffnet Ulrich Schubring das Treffen des Freundeskreises Asyl Mainhardt. In dem Video plädiert der erste afrikanischstämmige deutsche Nationalspieler für mehr Menschlichkeit im Umgang mit Fremden und Zivilcourage gegen gewalttätige Übergriffe.

Danach nimmt die zweite Zusammenkunft des Freundeskreises schnell Fahrt auf. Ungefähr dreißig Interessierte und bereits Engagierte sitzen im Stuhlkreis in einem Raum der alten Schule. Zu Beginn lässt Schubring eine Liste kreisen, in die sich jeder in verschiedenen Bereichen eintragen kann, um den Flüchtlingen Unterstützung zu leisten. Es besteht die Möglichkeit, Deutschunterricht zu geben, Kleider und Möbel zu spenden, die Flüchtlinge bei Behördengängen zu begleiten oder ihnen Freizeitaktivitäten näherzubringen. Beispielsweise könnten sie musizieren oder in den örtlichen Sportvereinen aktiv werden. Rasch bildeten die Bürger Interessengemeinschaften.

Reparatur gemeinsam mit Flüchtlingen

Dabei thematisierte die Runde besonders die Umsetzung der Fahrradwerkstatt und die Organisation der Kleiderspende. Für gespendete Fahrräder stellt Nicky Sturm seine KFZ-Werkstatt in Bubenorbis für Reparaturen zur Verfügung. Andreas Winkler, der Flüchtlingsarbeit in Künzelsau und Öhringen betreibt, regte an, "die Reparatur gemeinsam mit den Flüchtlingen zu machen". Bezüglich der Spende von Kleidung riet Andrea Deuschke, nicht zu viel anzusammeln. Denn vieles werde oft nicht benötigt.

Andrea Kurzke, die in der Hauptstraße in Mainhardt wohnt, bot private Räume für das Sammeln und die Lagerung der Kleiderspenden an.

Andreas Winkler meinte, in puncto Spenden "nicht zu viel anzubieten, denn sonst steigt die Erwartungshaltung. Besser ist es, die Eigenverantwortlichkeit zu stärken, damit ist den Flüchtlingen besser geholfen."

Fünf Männer werden erwartet

Zur konkreten Zuwanderung in die Gemeinde erläuterten Schubring und Harald Huber vom Freundeskreis, dass zum 15. Oktober fünf junge Männer unterschiedlicher Nationalität erwartet werden. Vorübergehend wohnen sie im Geißelhardter Pfarrhaus. Der stellvertretende Geißelhardter Ortsvorsteher Jochen Kugele berichtet von einem hohen Informationsinteresse der Bürger. Wichtig findet er, dass neue Informationen möglichst schnell kommuniziert werden. Auch mit den Asylsuchenden sei es wichtig, ins Gespräch zu kommen. Der SSV Geißelhardt sei offen "und vielleicht findet sich das ein oder andere Talent", zeigt Kugele Wege der Integration auf - und wie dabei gleichzeitig der Sportverein profitieren könnte.

Bei aller Hilfsbereitschaft in einer freundlich-produktiven Atmosphäre meldet sich auch ein Bedenkenträger zu Wort. Er berichtet von der Angst seiner Frau, allein mit drei Kindern zu Hause, dass man nicht wisse, welche Leute kommen würden. Nicht, dass seine Aussage falsch interpretiert werde, fügte er an.

Der Freundeskreis möchte die Zuwanderer am 15. Oktober in einer kleinen Gruppe in Geißelhardt willkommen heißen.

Info Der Termin für das nächste Treffen des Freundeskreises steht bereits fest: Der 19. Oktober um 19.30 Uhr.