Laienschauspiel Märchen hautnah beim Freilichttheater

Das Laienschauspiel ist nicht nur für das Publikum eine Riesenfreude.
Das Laienschauspiel ist nicht nur für das Publikum eine Riesenfreude. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Mainhardt / Sonja Alexa Schmitz 23.06.2018

Dass der Frosch ein Prinz ist und am Ende wieder in einen solchen verwandelt wird, wissen die 38 Kinder vom Kindergarten in Wüstenrot. Sie haben das Märchen zusammen gelesen, bevor sie auf die Theaterwiese fuhren, erzählt Stefan Schwenger. Er begleitet die Gruppe.

Weitere Kindergartengruppen aus Oberrot und Schüler vom Sonnenhof, außerdem einige Einzelpersonen, sitzen an dem kühlen, windigen Vormittag eingekuschelt in Decken und mit Kapuzen über die Ohren gezogen auf dem Gögelhof und warten auf den Frosch und die Prinzessin.

Der Star für die kleinen Zuschauer soll aber Horatio werden. Der Diener des Königs, gespielt von Dieter Bauer mit rotem Frack und roten Wangen, schafft es, die Kinder immer wieder zum Lachen zu bringen. Auch die Prinzessinnen mit ihren pastellfarbenen Glitzerkleidern werden Publikumslieblinge, vor allem bei den Mädchen. Cendrine Birgel, Jana Dams und Bonnie Busch spielen authentisch und mit spürbarer Spielfreude. Die gehässigen Schwestern kosten ihre Schadenfreude über den neuen Freund der Prinzessin, „König Quakulus, den Glitschigen“, genüsslich aus. Den König und Vater (Konrad Schnell) der unglückseligen Jüngsten, die für ihren goldenen Ball das Versprechen, den Frosch in ihr Bett zu lassen, einlösen muss, spielt er erhaben und souverän.

Die wohl schönste Szene im Stück (unter der Regie von Martin Wolfram und Angelika Tröster) ist die, als Prinzessin Christina zu Bett geht. Sie bittet ihre Zofe, die fleißige Appolonia (Daniela Massini) dreimal nachzuschauen ob sie auch wirklich die Tür abgeschlossen hat. Plötzlich klopft es und die beiden springen zutiefst erschrocken ins Bett und halten sich schützend die Decke vors Gesicht. Wer will schließlich schon mit einem Frosch ins Bett?

Vielleicht Luana? Das Mädchen aus dem Kindergarten Wüstenrot fragt immer wieder „Wo ist der Frosch?“ und sie hält es kaum auf der hölzernen Zuschauerbank. Während die anderen Kinder warnend rufen: „Nicht die Tür aufmachen, der Frosch steht da!“

„Küssen!“, befiehlt Luana

Hilft nur nichts, der Frosch muss eingelassen werden, befiehlt der Vater. Das Tier kuschelt sich an die Prinzessin und fordert einen Gute-Nacht-Kuss. „Küssen!“, befiehlt auch Luana in der dritten Reihe. Die Prinzessin wird wütend, zerrt das grüne Froschmännlein aus ihrem Bett. Es fliegt gegen die Wand, verschwindet in der Bühnendekoration und heraus tritt ein hübscher junger Mann – mit Krone.“

Christina bekommt ihren Heiratsantrag und zur Feier des jungen Glücks kommt eine Schar Theaterkinder auf die Bühne, verkleidet wie auf der schönsten Faschingsfeier. Sie singen und tanzen und spätestens dann wird klar: Das Laienschauspiel ist nicht nur für das Publikum eine Riesenfreude.

Info Weitere Aufführungen an den Samstagen, 23. und 30. Juni, jeweils 14.30 Uhr.

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