Wüstenrot Lustige Rollennamen gefallen

KARIN FREUDENBERGER 23.07.2014
In idyllischer Umgebung am Finsterroter See begeistert "Das kleine Welttheater von hier" mit guten schauspielerischen Leistungen. Auch das Wetter spielte zumindest am vergangenen Wochenende mit.

Ein Klappstuhl, eine laue Sommernacht, ein idyllischer See und ein motiviertes Laientheaterensemble: Fertig ist ein unterhaltsamer Abend, an den sich die Zuschauer gerne erinnern. Die Rede ist von der Komödie "Zoff am finsterroten Meer", die "Das kleine Welttheater von hier" mit Akteuren aus Wüstenrot und Umgebung vier Mal auf die Naturbühne vor dem Finsterroter See brachte. Waren die beiden ersten Veranstaltungen mehr feucht als fröhlich, so herrschte am vergangenen Wochenende Open-Air-Paradewetter. Es war so warm, dass sich noch im ersten Akt Jugendliche von der Liane am gegenüberliegenden Seeufer mit einem lauten "Platsch" ins Wasser schwangen.

Ein Kompliment machte Souffleuse Dorothea Glück den regenresistenten Besuchern der beiden ersten Abende. "Wir hatten über 100 Besucher, und keiner ist vorzeitig gegangen", freute sie sich. Vielleicht war die Ausdauer ja der Neugier geschuldet, "wer am Ende wen kriegt."

Denn Liebe, Intrigen und Handgreiflichkeiten standen im Mittelpunkt der deftigen Komödie im Milieu eines Fischerdorfes. Klar, dass viel Lokalkolorit dazu kam, dass natürlich auch ein Kahn mit Fischern am Ufer des Sees anlandete oder dass die Gerichtskanzlei in den Ort Weihenbronn angesiedelt wurde.

Schauspieler Martin Herrmann, der zudem als Autor die Vorlage von Carlo Goldoni bearbeitete, hatte sich viele kleine amüsante Sticheleien einfallen lassen, die das Publikum mit spontanen Lachern oder Szenenapplaus honorierte.

Köstlich waren schon die Namen der Akteure. Es gab einen Fischer Sackerzement oder eine Friederike Teigspätzle, ebenso eine Frieda Rotznase oder eine Gerti Plappergosch. Plappern war die größte Leidenschaft aller weiblichen Figuren. Es ging um das Thema Männer, und natürlich stritten sie sich um die Objekte ihrer Begierde. "Wenn wir Frauen nicht schwätzen können, platzen wir", begründete Gertrude (Katharina Vogt) die Diskussionen.

Als die Männer nach zehn Monaten auf See zurückkamen, wurden die Intrigen sogar noch verstärkt weitergesponnen. Dramatisch dann die Szene, als die sturmerprobten Fischer mit Messer, Säbel und Eichenprügel die Probleme lösen wollten. Da musste der listige Kanzleiassistent (Volker Schäfer) raffiniert eingreifen. Schließlich gab es ein Happy End für gleich drei Paare.

"Die Kulisse ist sehr schön und passt gut zum Stück", lobte Zuschauer Helmut Fritz aus Wüstenrot. Besonders gut gefallen hätten ihm die scherzhaften "Dorfnamen". Else Böhringer ergänzte: "Für Laienschauspieler haben sie die Charaktere sehr gut dargestellt."