Handel Logistikriese auf dem Drillberg

Die Skizze zeigt einen großen Teil des Areals von Würth Industrie Service. Grau eingezeichnet ist der heutige Bestand  an Gebäuden, Hallen und Hochregallagern. Rot markiert sind die Neubauten und geplanten Veränderungen.
Die Skizze zeigt einen großen Teil des Areals von Würth Industrie Service. Grau eingezeichnet ist der heutige Bestand  an Gebäuden, Hallen und Hochregallagern. Rot markiert sind die Neubauten und geplanten Veränderungen. © Foto: Grafik: Würth Industrie Service
Künzelsau / Heribert Lohr 13.07.2018
Würth Industrie Service investiert in Bad Mergentheim in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Würth-Standorte in der Region entwickeln sich derzeit in wahrlich atemberaubendem Tempo. Dabei steht verständlicherweise die Raumschaft rund um den Stammsitz in Künzels­au-Gaisbach besonders im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung.

Nachdem an der Autobahn A 6 direkt an der Ausfahrt Kupferzell für 73 Millionen Euro das neue Umschlaglager (HUB) für großvolumige Güter gebaut wird, daneben Würth Industrie in Waldenburg erweitert (20 Millionen Euro), laufen in der Zentrale  des Stammsitzes bereits die Überlegungen für die Erweiterung und Modernisierung des Logistikzentrums in Gaisbach, um auch dort die neuen Logistikansätze für „kleinteilige und schnelldrehende Produktreihen“ umzusetzen.

Dabei werden im mittelfränkischen Heilsbronn derzeit über 25 Millionen Euro in den Ausbau eines Zentrallagers von Fega & Schmitt investiert. Die in Ansbach ansässige größte Geschäftseinheit des Würth Elektronik Großhandels (W.EG), wird die neue Halle voraussichtlich im Oktober in Betrieb nehmen.

Dabei wird leicht übersehen, dass auf den Anhöhen des Taubergrunds bei Bad Mergentheim einer der größten Würth-Standorte in Deutschland heranwächst.  Die Pläne sind „würthlike“. Bereits im März dieses Jahres haben dort die Erdarbeiten und Baumaßnahmen zu Erweiterung des modernsten Logistikzentrums für die Belieferung von Industriekunden  in Europa begonnen.

Auf dem Drillberg, wo der Handelskonzern aus Künzelsau vor fast zwei Jahrzehnten das gesamte Gelände der ehemaligen Bundeswehrkaserne erwarb, ist mittlerweile der größte Arbeitgeber im Main-Tauber-Kreis zu Hause. Innerhalb der nächsten sieben Jahre soll sich der Umsatz der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG von derzeit 504 Millionen Euro auf über eine Milliarde Euro erhöhen. Dann werden auf dem Höhenzug über dem Taubertal über 2000 Menschen beschäftigt sein – 500 mehr als heute. Der kontinuierliche Ausbau des Geländes hat einen einfachen Hintergrund:  Von dort aus versorgt Würth produzierende Industriekunden in mehr als 25 Ländern mit Produktionsmaterial und Betriebsmitteln – geliefert werden sogenannte C-Teile. Aktuell wird dazu das bestehende OSR-Shuttlelager, ein Kleinteile- und Pufferlager, um 55 000 Stellplätze erweitert. Dazu soll auch das bildprägende Hochregallager um drei weitere Gassen mit jeweils 10 000 Palettenplätzen ausgebaut werden, sodass ab Mitte des nächsten Jahres dort 560 000 vollautomatisierte Behälterplätze und 180 000 Palettenplätze vorgehalten werden. Parallel dazu ist noch in diesem Jahr der Spatenstich für ein vollautomatisiertes Tablarlager geplant. In Summe will Würth Industrie Service in zwei Jahren dann eine Million Stellplätze bieten, um die sichere Versorgung der Kunden mit C-Teilen zu gewährleisten.

Um diese Vorhaben umzusetzen, wird in den nächsten drei Jahren die Summe von 130 Millionen Euro investiert.  Mit dem Ausbau und der weiteren Modernisierung will Würth europaweit ein einheitliches Qualitätsniveau von Serviceleistungen bieten, nachhaltige Investitionen in die Prozesstechnik absichern, langfristig angelegte Logistikkonzepte  und die Qualifizierung der notwendigen Fachkräfte bieten.

Einer der größten Standorte

Gleichzeitig soll der Aufwand verringert werden, da über dieses Angebot die Zahl „von frachtintensiven Kleinsendungen“ gesenkt werden soll. Mit einer Erweiterung des bestehenden Wareneingangs- und -ausgangskomplexes  um zusätzliche 1900 Quadratmeter soll der Ausbau bis Ende 2020 vorläufig abgeschlossen sein. Dabei liegt die Betonung auf vorläufig, denn das gesamte Areal, das zu Würth Industrie Service gehört, ist auch dann erst zu einem Drittel überbaut.

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Million Artikel hält Würth Industrie Service in seinem Logistikzentrum im Industriepark Würth in Bad Mergentheim für seine Kunden vor. Das Unternehmen beschäftigt dort zwischenzeitlich über 1500 Mitarbeiter.

Spezialist für das C-Teile-Management

Würth Industrie Service ist innerhalb der Würth-Gruppe für die Belieferung der Industriebranche zuständig. Für seine Kunden ist das Unternehmen, mit seiner spezialisierten Ausrichtung, ein kompletter C-Teile-Anbieter.

Das Portfolio reicht von Schrauben und dem weitläufigen Spektrum an Verbindungs- und Befestigungstechnik über Werkzeuge bis zu chemisch-technischen Produkten und Artikeln für den Arbeitsschutz sowie Sonderteilen.

Konzepte für die individuelle Versorgung und Disposition der Kunden erweitern das Standardsortiment. Mit speziellen Lösungen können Einkauf, Logistik und Qualitätssicherung abgesichert und zusätzlich optimiert werden.

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