Bier Löwenbrauerei übernimmt Kronen-Bier aus Heilbronn-Biberach

Die Bierkästen von Kronen-Bräu in Hellblau, die der Löwenbrauerei in Dunkelblau. Hans Firnkorn, Mitgeschäftsführer der Löwenbrauerei, stößt mit Harald Halter an. Dieser ist Braumeister und Geschäftsführer der Kronenbrauerei.
Die Bierkästen von Kronen-Bräu in Hellblau, die der Löwenbrauerei in Dunkelblau. Hans Firnkorn, Mitgeschäftsführer der Löwenbrauerei, stößt mit Harald Halter an. Dieser ist Braumeister und Geschäftsführer der Kronenbrauerei. © Foto: Löwenbrauerei
JÜRGEN STEGMAIER 01.09.2016
Die kleine Kronenbrauerei aus Heilbronn-Biberach schlüpft Mitte September unter das Dach der wesentlich größeren Haller Löwenbrauerei.

Die Biberacher Brauerei war 1894 aus dem Gasthaus Krone hervorgegangen. Nach 122 Jahren endet die Tradition des kleinen Familienunternehmens demnächst. In einer Pressemitteilung wird Kronen-Braumeister und Geschäftsführer Harald Halter mit den Worten zitiert: „Ich kann aus gesundheitlichen Gründen unseren Familienbetrieb nicht mehr weiterführen.“

Harald Halter wird dem Unternehmen aber weiterhin angehören. Zusammen mit Peter Göhler, Vertriebsleiter und Prokurist der Haller Löwenbräu, wird er die Kronen-Bräu-Kunden im Getränkehandel sowie in der Gastronomie betreuen.

Aus dem zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht der kleinen Biberacher Familienbrauerei geht hervor, dass die Bilanzsumme für das Geschäftsjahr 2014 189.000 Euro betragen hat. Die der Haller Löwenbrauerei war im entsprechenden Jahr rund 50-mal größer: Bilanzsumme 9,1 Millionen Euro.

17 Sorten Bier in der Löwenbrauerei, 4 beim Kronen-Bräu

Wie unterschiedlich groß beide Brauereien sind, machen auch die Vergleiche von Biermengen, Anzahl von Biersorten und Zahl der Mitarbeiter deutlich. Die Löwenbrauerei braut 17 Sorten Bier, Kronen-Bräu 4. Die Haller beschäftigen inklusive der Wildbadquelle rund 70 Mitarbeiter, die Heilbronner 4. Und während jährlich rund 70.000 Hektoliter Bier der Löwenbrauerei verkauft werden, setzt Kronen-Bräu 3000 Hektoliter ab.

Als Marke wird es Kronen-Bräu weiterhin geben. Allerdings wird das Bier künftig in Schwäbisch Hall gebraut. Die Löwenbräu-Geschäftsführer Hans Firnkorn und Peter Theilacker versichern, dass die original Kronen-Bräu-Bierbraurezepte übernommen werden. Die Haller Löwenbrauerei führt zwar die Marke Kronen-Bräu fort, doch es werde keine Fusion beider Unternehmen geben. Worin liegen die Chancen für die Löwenbrauerei bei diesem Geschäft? „Kronen-Bräu ist für uns attraktiv, weil es die letzte Brauerei im Heilbronner Kerngebiet ist“, sagt Mitgeschäftsführer Peter Theilacker. Und die Risiken? Es lasse sich kaum vorhersagen, wie sich der Heilbronner Biermarkt entwickelt und ob es die Kronen-Bräu-Trinker akzeptieren, dass ihr Bier künftig in Schwäbisch Hall gebraut wird, macht Peter Theilacker deutlich.

Hopfen und Malz kommen vom selben Lieferanten

Die Haller Löwenbrauerei ist nicht nur wesentlich größer als Kronen-Bräu, sondern auch erheblich älter. In der Haller Chronik ist nachzulesen: „Die Ursprünge der Löwenbrauerei gehen auf die Schwäbisch Haller Sieder-Familie Deutelin zurück. Johann David Deutelin erwarb im Jahr 1724 die Gastwirtschaft „Zur Güldenen Glocke“ mit Braurecht.“

Dass die Löwenbrauerei künftig das Bier der Kronen-Bräu braut, bezeichnet Hans Firnkorn als logischen Schritt. Schließlich hätten beide Unternehmen dieselben Hopfen- und Malzlieferanten, erklärt der Haller Mitgeschäftsführer. 3000 Hektoliter Kronen-Bier soll die künftige Jahresproduktion umfassen. Die Löwenbrauerei braut 17 Biersorten. Jetzt kommen mit Export, Pils und Weizenbier drei Kronen-Bräu-Biere in den bisherigen Gebindegrößen hinzu. Die Kronen-Bräu Biersorte „Schwarzer Biber“ wird im 30-Liter-Fass angeboten. „Wir wollen die Marke Kronen-Bräu nicht nur erhalten, sondern Produktion und Distribution noch ausbauen“, betont Hans Firnkorn.