Haller Herbst Mehr als 10.000 Besucher beim Haller Herbst

Eng geht es am Sonntagmittag und -nachmittag in der Neuen Straße in Schwäbisch Hall zu. Die Schlangen an den Food Trucks sind lang. Die Betreiber bieten Gerichte aus unterschiedlichen Ländern an, zum Beispiel aus Syrien, Polen und Ungarn.
Eng geht es am Sonntagmittag und -nachmittag in der Neuen Straße in Schwäbisch Hall zu. Die Schlangen an den Food Trucks sind lang. Die Betreiber bieten Gerichte aus unterschiedlichen Ländern an, zum Beispiel aus Syrien, Polen und Ungarn. © Foto: Hans Kumpf
Schwäbisch Hall / Verena Köger und Gottfried Mahling 08.10.2018
Die Besucher strömen in die Innenstadt und in die Gewerbezentren Ost und West. Das erste Suppenfestival in der Gelbinger Gasse ist ein Erfolg.

Schlemmen, schwitzen, schlendern:  Beim Haller Herbst dreht sich das Stadtleben am vergangenen Wochenende um internationale Gerichte, Fitness und Gemeinschaftsgefühl. Zum ersten Mal findet in der Gelbinger Gasse ein Suppenfestival statt. Rund 30 Geschäfte nehmen teil – jeder mit einer selbst gekochten Suppe, zum Beispiel aus roter Beete oder Kürbis. Stephanie Ehrmann (47) aus Hessental lässt sich vor ihrer Thaimassage eine Hühnersuppe schmecken. Das Festival passe zur Herbstzeit. Gut kommt bei den Besucher an, dass jeder bezahlen kann, was er will und der Erlös gespendet wird. Die Idee zum Festival hatte Roman Lemeschko vom Teecafé Blau’sch: „Die Gelbinger Gasse hat so viel zu bieten. Durch die gemeinsame Aktion sehen das jetzt auch mehr Leute.“ In Zukunft wolle die Werbegemeinschaft weitere Aktionen planen.

Cupcakes, Falafel und Burger

Kulinarik aus verschiedenen Ländern bieten auch die Betreiber der 20 Food Trucks. Diese stehen nicht wie 2017 am Kocherquartier, sondern in der Neuen Straße, auf dem Sparkassenplatz und Milchmarkt. „Wir wollten, dass die Food Trucks besser in der Altstadt integriert sind“, erklärt Silvia Wittmann vom städtischen Betrieb Touristik und Marketing. Den Ortswechsel sieht sie als Erfolg. „Ich war überwältigt, wie voll die Neue Straße war“, sagt sie. Wittmann schätzt die  Besucherzahl auf mehr als 10.000.

Auch die Betreiber sind zufrieden. „Wir haben 50 Prozent mehr Umsatz gemacht als vergangenes Jahr“, sagt Ammar Zarzour, Mitinhaber von Falafelo. Daniel Ehlich aus Mannheim verkauft zum ersten Mal beim Haller Herbst Cocktails auf dem Milchmarkt. „Hier ist es nicht so eine Massenabfertigung. Die Besucher warten geduldig“, sagt Ehlich. Sein Verkaufsschlager: Mojito Himbeere.

Gewundert hat sich Anna Nowakowsky, Inhaberin von That Burger, über die Aufteilung der Food Trucks: „In unmittelbarer Nähe sind noch zwei Stände, die auch Burger verkaufen.“ Das solle beim nächsten Mal berücksichtigt werden.

Training auf dem Marktplatz

Wer nach dem Schlemmen die Kalorien wieder loswerden will, kann bei der Sport-Challenge auf dem Marktplatz antreten. So hat das MHW Bike-House ein Lastenrad dabei, mit dem es einen Parcours zu bewältigen gilt. Das Team von B&B Fitness aus Obersontheim führt das Training an Outdoor-Geräten vor. Eine Modenschau gibt es in diesem Jahr nicht. Grund dafür sind laut Wittmann personelle Engpässe.

Das Resümee der Gewerbetreibenden rund um das Kocherquartier fällt am frühen Sonntagnachmittag gemischt aus. „Wir haben mehr Besucher erwartet“, sagt Julia Wiesner. Die Mitarbeiterin von Depot erklärt sich die dürftige Kundenzahl durch die Verlegung der Food Trucks. Bettina Walzhauer, Filialleiterin von Görtz, wünscht sich, dass die Öffnungszeiten um eine Stunde nach hinten verschoben werden, also von 13 bis 18 Uhr. „Am Anfang sind die meisten noch Mittag essen und gegen Ende müssen wir die Leute dann bitten, zu gehen“, beschreibt Walzhauer.

Im Haller Westen läuft die Schnäppchenjagd schon am frühen Nachmittag auf Hochtouren. Im Zentrum des Trubels in der Kerz steht der Flohmarkt auf dem Parkplatz von Aldi und Sparkasse. An mehr als 50 Ständen gibt es dort unter anderem Gummistiefel und chirurgische Instrumente zu kaufen.

Auf den Putz gekommen

Auch der Andrang in den Geschäften ist mitunter enorm – so auch im Hagebau Häsele. „Die Hälfte unserer Belegschaft muss zum Haller Frühling ran, die anderen 20 sind jetzt im Einsatz“, erzählt Marktleiter Thomas Hoffmann. Bei Annett Mann können die Besucher an einer Tafel üben, fachmännisch Putz aufzutragen.

Während am einen Stadtrand die Hölle los ist, ist das Interesse im Gründle ziemlich überschaubar. Ein Ehepaar schlendert hinunter zum Hela-Baumarkt, um enttäuscht festzustellen, dass er geschlossen ist: „Die haben schon beim Haller Frühling nicht mitgemacht, und auch der Dehner-Gartenmarkt hat zu.“ Der Elektronikmarkt HEM Expert ist eines der wenigen Geschäfte im Gründle, die beim Haller Herbst mitmachen. „Wir halten hier die Fahne hoch, die Leute kommen trotzdem“, gibt sich Marktleiter Alexander Schäfer optimistisch.

Insgesamt zieht Silvia Wittmann eine „absolut positive“ Bilanz. „Es war einer des besten Haller Herbste der vergangenen Jahre.“

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