Mit einem sanften Knall riss die alte Wäscheleine, die im Trockenraum des Mehrfamilienhauses von einer Wand zur anderen gespannt war.“ Bereits mit dem ersten Satz seines Dorfkrimis malt Markus Elble ein klares Bild von der Umgebung, in der man sich befindet: Wir sind „Unter uns“, in irgendeiner beschaulichen Gemeinde in Baden-Württemberg, mitten im Alltag dreier junger Ehepaare, in dem nicht nur Wäscheleinen kaputtgehen.

„Man soll nicht einfach glauben, was über andere Leute geredet wird, sondern die Betroffenen selbst fragen, sonst könnte einiges aus dem Ruder laufen“, fasst der Neu-Autor aus Rosengarten-Uttenhofen das zentrale Thema der Handlung zusammen. „Unter uns“ ist das zweite von vier Büchern, die Elble bereits geschrieben hat, jedoch das erste, das nun veröffentlicht wurde – pünktlich zum Nikolaustag 2017. Da sich kein Verleger fand, gab er den schmalen Band im Eigenverlag heraus.

Was lange währt ...

Geschichten schreibe er schon lange, berichtet der hauptberufliche Mediengestalter. Aber erst 2016 habe er sich gefragt, warum er mit seinen Texten eigentlich noch nicht nach außen gegangen sei. Als gründlicher Mensch begann er zu recherchieren, was zu beachten ist, will man als Anfänger bei den Verlagshäusern eine Chance bekommen. Unzählige Internetseiten und Forenbeiträge später wusste er es – und zwei weitere Romane fanden prompt Beachtung bei den Verlagslektoren. „Ich lebe dich“ und „Ladies Night“ werden im Herbst und Winter dieses Jahres erscheinen. Die authentische Kurzgeschichtensammlung „Kinderstall“ über sein mit drei kleinen Töchtern quirliges Familienleben möchte der Verfasser schon ab Sommer wiederum selbstständig vertreiben.

 „In jedem dieser Bücher geht es im Grunde um die Menschlichkeit“, beschreibt der 46-Jährige sein Hauptanliegen. „Ich lebe dich“ erzähle die Geschichte eines Menschen, der in das Leben eines anderen schlüpfe und dieses auf Gedeih und Verderb weiterführen müsse. „Hier wird gezeigt, dass niemand ersetzbar ist.“ „Ladies Night“ beschäftige sich mit unfreiwilligem Drogenkonsum in der Partyszene: „Ein Mittelding zwischen einem Krimi und einem Aufklärungsbuch.“ So werde unter anderem auf die Arbeit des real existierenden „Weißen Rings“ eingegangen, eines gemeinnützigen Vereins, der sich für Kriminalitätsopfer einsetzt. An neun Verlage habe er das Manuskript verschickt und fünf Zusagen erhalten: „Bei diesem Buch lief alles richtig.“

 Der Inhalt von „Unter uns“ vereint die beiden Erfolgsfaktoren „Sex and Crime“. Der Autor sieht seine Erstveröffentlichung als eine Art „Versucherle“, mit dem er sich die Sympathien eines neuen Leserkreises erschließen will. „In diesen 140 Seiten steckt mehr drin als in so manchem 300-Seiter“, sagt er selbstbewusst. Die Botschaft von den bösen Folgen eines klassischen „Dorftratsches“ habe er in einfache Worte gefasst, damit sie für jeden klar verständlich werde. Selbst sei er nicht von dem Phänomen betroffen. Ihm falle jedoch auf, dass das „Postfaktische“ immer mehr an Bedeutung gewinne: „Subjektive Empfindungen werden wichtiger als Fakten und als solche weiterverbreitet – sehr zum Leidwesen jener, über die gesprochen wird.“ Im Buch kann er als Herr über das Geschehen die Gerechtigkeit siegen lassen: „Das tut sie im richtigen Leben leider nicht immer.“

 Haben die Charaktere im Buch rein zufällig Ähnlichkeit mit lebenden Personen? „Nein“, versichert Elble, „mir fällt es nur leicht, Menschen, die ich irgendwo mal gesehen habe, überspitzt darzustellen und ihnen dann in meinen Geschichten eine passende Rolle zu geben, die nichts mit der Wirklichkeit meiner ‚Vorlage‘ zu tun hat.“ Schriftsteller, die ihre Handlungen mithilfe Hunderter Notizzettel strukturieren müssen, dürften den Uttenhofener Kollegen um eine besondere Begabung beneiden: „Ich habe die Handlung mit allen Dialogen von Anfang an im Kopf, ich brauche das nur herunterzuschreiben.“

Von der Großstadt aufs Land


Markus Elble wurde 1971 in Stuttgart geboren, wo er auch seine Ausbildung absolvierte. Seit 2009 lebt der Mediengestalter mit seiner Frau Dagmar in Uttenhofen. Die beiden haben sich beim Studium in Ludwigsburg kennengelernt. Wegen ihr ist er in den Landkreis gezogen: „Meine Frau ist gebürtige Schwäbisch Hallerin und hatte Heimweh.“ Zur Familie gehören mittlerweile die Töchter Fenja (9), Julin (5) und Estelle (2), deren Kapriolen Elble in einer Geschichtensammlung beschreibt, die im Juni im Eigenverlag erscheinen soll.

„Unter uns“, Elbles erster veröffentlichter Roman, wird vom Schreibwarenladen Dunz in Westheim direkt verkauft und kann bei allen gängigen Online-Händlern bestellt werden. Mehr über den Autor erfährt man auf seiner Internetseite www.autor-markus-elble.net