Rund 400 Straßenbeleuchtungsmasten besitzt die Gemeinde Braunsbach. Etliche davon sind im Zuge der Sanierungsarbeiten infolge der Zerstörungen durch das Unwetter vom 29. Mai 2016 neu aufgestellt worden. Die Kontrolle der Masten in der Gemeinde hat bislang der Bauhof in Form einer Sichtprüfung erledigt. „Das ist nicht mehr ausreichend, um der Verkehrssicherheit nachzukommen und eventuelle Forderungen auf Schadensersatz auszuschließen“, erklärte Kämmerer Christoph Roll im Gemeinderat. Denn wenn einmal etwas passiere, also im schlimmsten Fall Menschen durch einen umgestürzten Mast zu Schaden kämen, könne dies auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Insgesamt rund 800 Masten

Die Lösung des Problems aus Sicht der Verwaltung: Gemeinsam mit der Gemeinde Untermünkheim soll ein externer Dienstleister beauftragt werden, der im Zeitraum von vier Jahren rund 800 Masten in beiden Kommunen prüfen soll. Es handele sich dabei um rund 250 Masten in Braunsbach. Die neuen Masten sowie jene, die bei noch ausstehenden Sanierungsarbeiten beispielsweise in Orlach und der Raingasse dazukommen, müssten erst mal nicht geprüft werden, so Roll. In Untermünkheim drehe es sich um rund 550 Masten.

„Der Umfang der Prüfverfahren erfordert eine solch detaillierte Dokumentation und Spezialisierung, dass dies ohne externe Vergabe nicht mehr zu leisten ist“, erklärte der Kämmerer. Man habe daher drei Angebote eingeholt. Nach Absprache mit der Nachbarkommune empfahl Roll dem Gemeinderat, der Beauftragung der Firma ZWP aus dem saarländischen Beckingen als wirtschaftlichstem Bieter zuzustimmen. Die Gesamtkosten für den Zeitraum von 2019 bis 2022 für Ultraschall-Prüfungen beliefen sich auf 41.048 Euro, der Anteil der Gemeinde Braunsbach liege bei 12.827,50 Euro. „Wir bekommen dadurch längerfristige Sicherheit“, sagte Bürgermeister Frank Harsch, bevor es in die Diskussion zum Thema ging.

So fragte Gemeinderat Holger Neuß, ob es denn nötig sei, dafür so  viel Geld auszugeben. „Wenn mal so ein Ding umfällt und ein Kind stirbt, muss einer aus der Verwaltung in den Knast“, gab Gemeinderat Gerhard Bosch zu bedenken. „Wir müssen das machen.“ Es reiche doch aus, wenn der Bauhof weiter prüfe, entgegnete Neuß. „Die kommen mit ihren Aufgaben doch jetzt schon nicht mehr nach“, so Gemeinderat Stephan Papenfort. Um eine professionelle Prüfung komme man nicht herum. Das unterstrichen auch Bürgermeister und Kämmerer.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung hat der Gemeinderat schlussendlich beschlossen, die Firma ZWP zu beauftragen.

Flutlichtmasten in Haagen

Zeitgleich tagte in Untermünkheim ebenfalls der Gemeinderat. Auch dort stand das Thema Standsicherheitsprüfungen zur Debatte. Das Gremium stellte Sinn und Zweck der Aktion nicht infrage und segnete es kommentarlos einstimmig ab. Auch hier wurde die ZWP-Ultraschall-Untersuchung präferiert. „Weil dabei keine Kraft auf die Masten ausgeübt wird“, erklärte Kämmerer Daniel Sommer. Neben den Straßenbeleuchtungsmasten gehören die Flutlichtmasten am Sportplatz in Haagen der Gemeinde Untermünkheim – in Braunsbach sind sie Sache des Turn- und Sportvereins. Deshalb soll ZWP zusätzlich  in Haagen überprüfen, ob die Windbelastung für eine künftige LED-Beleuchtung nicht zu hoch ist.

Prüfverfahren ist juristisch verwertbar


Die Firma ZWP Anlagenrevision ist ein Tochterunternehmen des TÜV Saarland. Das Verfahren der „statisch-dynamische Standsicherheitsprüfung“ sei als „zerstörungsfrei“ akkreditiert. Die Prüfergebnisse enthielten eine „verbindliche Beurteilung der Lichtmasten auf Standsicherheit bis zu 20 Jahre“. Das sei „juristisch verwertbar“, schreibt das Unternehmen in einer Broschüre, die den Gemeinderäten in Braunsbach und Untermünkheim vorgelegt worden ist.

Auch wenn Standfestigkeitsprüfungen nicht bindend vorgeschrieben ist, legt sie Steffen Baumgartner, Chef der Kommunalaufsicht des Landkreises, allen Kommunen ans Herz: „Wenn da mal was passiert, hat das wirklich weitreichende Folgen.“ Der Landkreis prüfe selbst unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit die Standsicherheit der Lichtsignalanlagen. Straßenbeleuchtungen fielen in die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden. noa