Trauer Leidenschaft fürs Ehrenamt

Gerhard Vielmetter.
Gerhard Vielmetter. © Foto: privat
Vellberg / Bettina Lober 17.11.2018
Passionierter Feuerwehrkamerad und Familienmensch: Gerhard Vielmetter aus Großaltdorf stirbt im Alter von 56 Jahren.

Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat viele Menschen in und um Großaltdorf tief betroffen gemacht und bestürzt. Wenige Stunden zuvor am Samstagabend hat Gerhard Vielmetter mit seinen Feuerwehrkameraden bei einem Helferfest noch gemeinsam gefeiert, gelacht und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Am Sonntagmorgen war das Leben des vielfach engagierten 56-Jährigen plötzlich vorbei. Im Sessel sei er kurz eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht, berichtet seine Familie. Der Tod kam in Sekundenschnelle.

Unfassbar für seine Frau Doris, die Tochter Ellen, seine Eltern, Geschwister, Freunde und Kollegen. Mit Gerhard Vielmetter verliert die Stadt Vellberg einen Bürger, für den das Ehrenamt stets einen hohen Stellenwert hatte. Aufgewachsen ist Vielmetter mit zwei Geschwistern in Großaltdorf. Die Feuerwehr scheint in der Familie quasi im Blut zu liegen. Bereits Vater Fritz war Feuerwehrkommandant in Großaltdorf. Überhaupt wird in der Familie ehrenamtliches Engagement groß geschrieben. Als 18-Jähriger kam Gerhard Vielmetter zur Wehr. Auch sein Bruder Fritz und Neffe Dominik sind Feuerwehrmänner.

In unterschiedlichen Funktionen hat sich Gerhard Vielmetter seit 1980 als aktives Mitglied der Feuerwehr eingesetzt und auch viele schwierige Situationen erlebt. Unter anderem war er zwischen 1993 und 2003 Gesamtkommandant in Vellberg. Auch im ganzen Landkreis war er bei den Kameraden als Kreisausbilder bekannt und geschätzt. Zudem war er in 32 Jahren mehr als 50 Mal als Schiedsrichter für Leistungsabzeichen im Einsatz. Vielmetter hat mit viel Herzblut und Leidenschaft die Feuerwehr als verlässlicher und verantwortungsbewusster Kamerad geprägt. „Auch nach seiner Zeit als Kommandant war er unheimlich rührig und hat sich um vieles gekümmert, aber ohne sich aufzudrängen“, erzählt Kommandant Jens Marquardt traurig, der zehn Jahre lang Vielmetters Stellvertreter war und das Amt 2003 von ihm übernahm. Marquardt betont auch die äußerst menschliche Art seines Vorgängers, der für die Sorgen und Nöte der Kameraden stets ein offenes Ohr hatte.

Jahrelang hat sich Vielmetter auch im Vellberger Rot-Kreuz- Ortsverein engagiert. Seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen, zeigte sich auch in seinem Beruf. Im vergangenen Jahr ist der Mechanikermeister für sein 25-Jahr-Jubiläum beim Haller Unternehmen Optima geehrt worden. Auch dort war er ein sehr beliebter und geschätzter Mitarbeiter. Seine Kenntnisse rund um das Thema Feuerwehr konnte er beispielsweise als Brandschutzbeauftragter einbringen. Diese Aufgabe führte ihn auch zu anderen Optima-Standorten in ganz Deutschland. Überdies hat er sich in früheren Jahren bereits als Betriebsratsvorsitzender von Optima Pharma sowie als stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender für seine Kollegen eingesetzt.

Im Gespräch mit seiner Familie ergibt sich das Bild eines zielstrebigen und gewissenhaften Mannes, der die Verantwortung nicht scheute. „Du hast uns umsorgt, hast alles gegeben, deine fleißigen Hände waren immer bereit“, steht in der Traueranzeige. „Genau so war er“, sagt Ellen Vielmetter. Und der 56-Jährige war auch ein humorvoller Mensch: Immer wieder stand er bei Festen des Gesangvereins auf der Theaterbühne und erntete für seine lustigen Rollen viel Applaus. Sein plötzlicher Tod hinterlässt in Großaltdorf eine schmerzliche Lücke.

Info Die Beerdigung von Gerhard Vielmetter ist heute, Samstag, um 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Vellberg-Großaltdorf. Ein Kondolenzbuch liegt auf.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel