Schwäbisch Hall Leib und Seele wirken zusammen

Schwäbisch Hall / PM 22.11.2013
Dr. Peter Haun, Geschäftsführer der Gesundheitsholding Schwäbisch Hall, begrüßte im nahezu voll besetzten Mutterhaussaal Referenten und Fachpublikum zur Fortbildungsveranstaltung der Kreisärzteschaft.

Einleitend betonte er die Bedeutung der psychosomatischen Erkrankungen, die in den letzten Jahren enorm zugenommen haben. Das Angebot der psychosomatischen Klinik, die ihren zehnten Geburtstag feierte, sei aus der ganzheitlichen Patientenversorgung für die Menschen in der Region nicht mehr wegzudenken. In diesem Zusammenhang bedankte sich Dr. Haun, für die gute Verzahnung und den wertvollen Austausch beim Übergang von der ambulanten und stationären Behandlung und wieder zurück. Einen besonderen Gruß richtete er an Prof. Dr. Friedebert Kröger, der die Psychosomatik in Schwäbisch Hall aufgebaut und bis 2012 geleitet hat.

Wie Leib und Seele zusammenwirken, zog sich als roter Faden durch den Vormittag des Fachtages. Prof. Dr. Hans Stoffels, Chefarzt der Park-Klinik Sophie Charlotte in Berlin, widmete sich dem Verhältnis von Seele und Körper aus Sicht von Viktor von Weizsäcker. "Der Körper bringt oftmals zum Ausdruck, was die Seele nicht äußern kann", so Prof. Stoffels.

Im Gründungsjahr des Diaks, 1886, wurde von Weizsäcker, der spätere Pionier der Psychosomatik, geboren. Als Lazarettarzt im Ersten Weltkrieg erkannte er bei Soldaten erstmals pseudoneurologische Phänomene, wie Gang- oder Sehstörungen ohne körperliche Ursache. Nach seinen Erfahrungen im ersten Weltkrieg stellte er den bis dahin gültigen Leitsatz "Medizin muss Naturwissenschaft sein, oder sie wird nicht sein", infrage. Er hielt fest, dass ein Trauma nicht alleine aus dem Erlebten zu erklären sei, ergänzend müsse man auch die Persönlichkeit und die Biografie jedes einzelnen Patienten betrachten.

Chefarzt Dr. Helmut Harr vom Diakonie-Klinikum widersprach dem Vorurteil, dass alles, was nicht körperlich erklärbar sei, einen psychosomatischen Ursprung haben müsse. Anhand anonymisierter Fallbeispiele zeigte er den tiefenpsychologischen Ansatz zur Therapie von körperlichen Beschwerden mit psychosomatischem Hintergrund.

Großes Interesse herrschte am Nachmittag beim Tag der offenen Tür in der psychosomatischen Klinik. Unterschiedliche Therapieformen und Therapiegruppen stellten sich im Mutterhaus vor. In Workshops konnte man in der Bewegungstherapie bei Margarete Gehring und in der Kunsttherapie bei Ellen Hack einige interessante Methoden kennenlernen. Musiktherapeutin Angela Oberthür erklärte, dass Musik bei der Aufarbeitung seelischer Störungen eine wichtige Rolle übernimmt. Auch Therapeuten, die sich in ihrer Arbeit der Angst und den Depressionen, den Schmerzen und verschiedenen Essstörungen widmen, freuten sich über das rege Interesse der Öffentlichkeit.

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