Die Veranstaltung am Freitag war gut besucht, jene am Samstagabend war ausverkauft – der neugegründete Verein „Kasch­dalauscher“ ist mit zwei Aufführungen des Lustspiels „So ein Theater“ in den Betrieb gestartet. Dieses hätte für den Neustart des eigenständigen Vereins „nicht besser passen können“, teilt Vorstandsmitglied Monika Hirschner mit. Denn in dem Stück geht es um die Neugründung eines Theatervereins. Hirschner blickt mit dem folgenden Text auf die Aufführungen zurück.

Glänzendes Spiel

Sämtliche Befindlichkeiten der einzelnen Gründungsmitglieder und die unterschiedlichen Interessen kamen zum Vorschein, vor allem bei Max Hieber – glänzend gespielt von Rainer Vogel –, der sein übersteigertes Ego und sein Schnorrerdasein in jeder Situation anbrachte.

Alle Hände voll zu tun hatte der Lehrer Franz Bengel – toll verkörpert von Frederick Kubach –, um die Truppe einigermaßen im Zaum zu halten. Fast zu bedauern war der Initiator des neu zu gründenden Theatervereins, Rolf Hinzmeier, der in seiner Funktion als Wirt und dann als Vereinsvorsitzender ständig unterbrochen wurde. Aber Uwe Wieland meisterte als Wirt und als Neuvorstand die Situationen, obwohl seine Frau Hilde – gespielt von Monika Hirschner – ihm sämtliche Steine in den Weg gelegt hatte.

Höhepunkte des Stücks waren aber die „Proben“. Die erste endete im Desaster, was vor allem am Ego von Max Hieber lag, der sich wegen des Umfangs und der Bedeutung der ihm zugewiesenen Rolle als Hausdiener ständig mit dem Regisseur Franz Bengel anlegte. Auch Meggie, die Angestellte des Wirts – gespielt von Lisa Manske –, konnte die Situation nicht retten, zumal Schreibfehler den Fluss der Proben unterbrachen. Ein Beispiel: „Ich bin für morgen zum Frusten befohlen“ statt  „Ich bin für morgen zum Fürsten befohlen.

Rettich als Dolchinstrument

Auch Emma als Mutter – gespielt von Marion Vogelmann – verpasste ihren Einsatz. Und Jan Majeric als Fery und Liebhaber von Meggie setzte anstelle des Dolchs den Rettich zum Erdolchen ein. Die einzige, die alle Irritationen mit Ruhe und Pragmatismus begleitete, war Helga, gespielt von Heike Wagner. Bernd Kühner im „Kasten“ war wie immer der Halt der Akteure.