In Baden-Württemberg könnte bis in 15 Jahren die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. So will es die Initiative, die ein Volksbegehren für stärkeren Artenschutz auf den Weg gebracht hat. Das Innenministerium erklärte dies für zulässig. Eine Volksabstimmung rückt damit näher. 60 Verbände und Organisationen stehen hinter der Idee.

Imker, Biobauern, Politiker, Winzer und Obstbauern betonen Widersprüche und Probleme, die mit der geplanten Initiative verbunden sind.

Hauck spricht mit Genossenschaftlern über Abkommen zum Artenschutz

Das geplante Artenschutzabkommen war auch Thema beim Besuch von Peter Hauk in der Molkerei in Schwäbisch Hall. Der Landwirtschaftsminister Baden-Württembergs sowie der Vorstand und die Geschäftsführung des genossenschaftlichen Betriebs erläuterten mögliche Folgen des angestrebten Abkommens.

„Es reicht nicht, einfach nur eine Forderung zu erheben“, sagt Martin Boschet, der geschäftsführende Vorstand der Hohenloher Molkerei. Wenn die Landwirte ökologisch produzieren müssen, ihre Produkte aber nur zu konventionellen Preisen an den Markt bringen können, würde das für viele das Aus bedeuten. Es gehe auch um die Frage, so Martin Boschet, welche Landwirtschaft die Gesellschaft will.

Milchbauern können sich auf steigende Preise freuen

Martin Boschet sprach beim Ministerbesuch auch die aktuelle Marktlage an. Eine derzeit zurückgehende Milchmenge könnte zu steigenden Preisen für die Erzeuger führen, so die Perspektive des Molkerei-Managers.

Interesse hatte Minister Hauk an dem börsenbasierten Festpreismodell, das die Hohenloher Molkerei seit April anbietet. Dieses sieht vor, dass immer am dritten Mittwoch des jeweiligen Monats bis zu zwölf Monate im Voraus ein Festpreis für Rohmilch definiert wird. Dieser leitet sich von den EEX-Börsennotierungen in Leipzig für Butter und Magermilchpulver ab. Die Zulieferer sollen monatlich bis zu 30 Prozent ihrer Milchmenge zu einem Festpreis an die Molkerei verkaufen können. Das sorge für mehr Sicherheit und bessere Kalkulierbarkeit bei Molkerei und den Mitgliedern der Genossenschaft.

Anlieferungen bei der Hohenloher Molkerei steigen – Hauck ist begeistert

„Der Minister zeigte sich beeindruckt von der dynamischen und erfolgreichen Entwicklung der Hohenloher Molkerei in den vergangenen Jahren“, schreibt das genossenschaftliche Unternehmen in einer Pressemitteilung. 2018 wurden rund 400 Millionen Tonnen Rohmilch angeliefert. Gegenüber den Vorjahren bedeutet dies eine erhebliche Steigerung. Zum Vergleich –

  • 1990: 114 Millionen Tonnen
  • 2000: 310 Millionen Tonnen
  • 2005: 330 Millionen Tonnen
  • 2010: 341 Millionen Tonnen
  • 2016: 371 Millionen Tonnen

Begleitet wurde Landwirtschaftsminister Peter Hauk vom Hohenloher CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb. Bei dem Besuch und der Diskussion über die aktuellen agrarpolitischen Themen waren außerdem Molkerei-Vorstandsvorsitzender Manfred Olbrich und der Aufsichtsratsvorsitzende Ralf Klenk dabei.

Neben dem Betrieb in Schwäbisch Hall war der Landwirtschaftsminister auch bei der Molkerei in Schrozberg zu Gast.

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Lieferanten hatte die Hohenloher Molkerei im zurückliegenden Jahr. Diese lieferten jeweils 390 000 Kilogramm Milch an. Der Auszahlungspreis aller Qualitäten  für konventionelle Milch betrug inklusive der Mehrwertsteuer 36,33 Cent je Kilogramm (Durchschnittswerte). Die Milchmenge wird in Kilogramm bemessen, nicht in Litern.