Mainhardt Landwirtschaftsamt stellt neue Förderrichtlinien der EU-Agrarpolitik in Mainhardt vor

Güllefahren ist nur eine der vielfältigen Arbeiten der Landwirte. Mit dem neuen Förderprogramm müssen sie sich im kommenden Jahr ebenfalls beschäftigen. Archivfoto: Marc Weigert
Güllefahren ist nur eine der vielfältigen Arbeiten der Landwirte. Mit dem neuen Förderprogramm müssen sie sich im kommenden Jahr ebenfalls beschäftigen. Archivfoto: Marc Weigert
Mainhardt / OLIVER FÄRBER 28.11.2014
Im kommenden Jahr beginnt die gemeinsame Agrarpolitik (Gap). Landwirte müssen dann für Zuschüsse komplizierte Anträge ausfüllen. Was Bauern erwartet, erläuterten Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes.

Platz wäre noch viel in der Mainhardter Waldhalle. Vielleicht ist für viele Bauern der 15. Mai 2015, wenn die Anträge für Gap spätestens eingereicht sein müssen, einfach noch zu lange hin. Wobei Dorothee Weller vom Landwirtschaftsamt Ilshofen erklärt, dass die eigentliche Zeit, um den elektronischen Fragenkatalog auszufüllen, recht knapp bemessen sein wird: Nach derzeitigem Stand könnte es sein, dass die entsprechende Software erst Mitte März freigeschaltet ist. "Und dann sind oft noch Wartungsarbeiten am Wochenende, wenn ein Landwirt eher Zeit hat, sich darum zu kümmern", meldet sich jemand im Saal zu Wort.

Schon die oberflächliche Einweisung überflutet die Teilnehmer mit neuen Begriffen - manches steht noch nicht fest, ins Detail will das Amt bei einer weiteren Infoveranstaltung im Frühjahr gehen.

Es soll von 2015 bis 2020 eine Basisprämie geben, die den größten Teil der Zahlungen von der Europäischen Union ausmacht. Dann gibt's da noch eine Umverteilungsprämie, um kleine Betriebe zu stärken. Jungbauern, die ihren Betrieb unter fünf Jahre angemeldet haben und 40 Jahre und jünger sind, bekommen eine weitere Zulage.

Besondere Auflagen erhalten die Bauern im Rahmen des so genannten Greening. Dazu müssen sie - je nach Fläche ihres Ackerlands - mehrere verschiedene Kulturen anbauen, Dauergrünland und ökologische Vorrangflächen ausweisen. Die Kriterien nicht zu erfüllen, heißt nicht nur die Greening-Gelder zu verlieren: "Wenn sie das Greening nicht einhalten, wird auch später die Basisprämie gekürzt", erklärt Werner Balbach vom Landwirtschaftsamt.

Es gibt eine Kleinerzeugerprämie, die bei rund 1250 Euro pro Betrieb für vier Hektar liege. "Große Vorteile hat sie aber nicht", stellt Balbachs Kollegin Birgit Färber klar. Die Antragsstellung sei genauso umfangreich. Die Basisprämie liegt ab 2015 pro Hektar bei 161 Euro in Baden-Württemberg, ab 2019 bundeseinheitlich bei 175 Euro. Eine Umverteilungsprämie von 50 Euro gibt es zwischen einem und 30 Hektar, bis 45 Hektar Ackerfläche sind es 30 Euro. Junglandwirte erhalten zudem maximal fünf Jahre lang rund 44 Euro je Hektar für die ersten 90 Hektar. Fürs Greening sind 2015 weitere 87 Euro pro Hektar geplant.

Dass das alles nicht ganz so einfach ist, das geben die Profis zu. "Jeder stellt einen Antrag. Und wir schauen dann, wo die Zahlung herkommt", versucht es Balbachs Kollegin Birgit Färber wieder zu glätten und nennt wichtige Eckdaten: Empfangsberechtigt für die Zahlungen ist der, der das Land bewirtschaftet - und nicht der Eigentümer. Es muss mindestens ein Hektar bearbeitet werden, die beantragte Förderfläche mindestens 100 Quadratmeter groß sein. Angemeldet können Dauerkulturen, Grün- und Ackerland und erstmals Rebland.

Und wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (Fakt). "Es ist der Nachfolger von Meka 3", erklärt Weller. Freiwillig können Bauern an einzelnen Maßnahmen teilnehmen, die zwischen einem und fünf Jahre andauern können. Der Katalog umfasst eine eng beschriebene DIN-A4 Seite - reicht vom Silageverzicht bis zur Sommerweideprämie für Milchbauern. Die Landwirte sitzen noch ein wenig beisammen. Ihnen scheint nicht so richtig klar zu sein, was sie erwartet.

Weitere Infotermine und Internetadressen

Veranstaltungen Die Infos gibt es auch am Donnerstag, 4. Dezember, ab 20 Uhr im Bürgerhaus in Braunsbach-Steinkirchen und am Montag, 8. Dezember, im Gasthaus Bären in Bühlertann. Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband lädt das Landwirtschaftsamt für Montag, 15. Dezember, nach Wolpertshausen ein. Dort wird im Europasaal - wie an den anderen Tagen - ab 20 Uhr informiert. Die Landwirte können an den Abenden die Fachleute befragen.Internet Es sind mehrere Internetseiten eingerichtet, die über das Thema informieren:

www.mepl.landwirtschaft-bw.de

www.foerderwegweiser.landwirtschaft-bw.de

www.greeningcheck-bw.de

www.landwirtschaft-bw.info.de fär

 

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