Gailenkirchen Landwirt Reber erweitert seine Biogasanlage - Energie kann gespeichert werden

Das landwirtschaftliche Anwesen von Michael Reber in Gailenkirchen: Unten rechts auf dem Foto ist die Erweiterung zu sehen, links daneben die sich bereits im Betrieb befindliche Biogasanlage. Privatfoto
Das landwirtschaftliche Anwesen von Michael Reber in Gailenkirchen: Unten rechts auf dem Foto ist die Erweiterung zu sehen, links daneben die sich bereits im Betrieb befindliche Biogasanlage. Privatfoto © Foto:  
Gailenkirchen / THUMI 08.10.2015
Die Anlage von Landwirt Michael Reber in Gailenkirchen wird derzeit erweitert. Dort lassen sich bald bis zu 2,3 Millionen Kubikmeter Biogas im Jahr gewinnen. Die Energie fließt ins Netz der Haller Stadtwerke.

Michael Reber hat derzeit alle Hände voll zu tun - ist aber auch guter Dinge. Seine 2009 in Betrieb genommene und gemeinsam mit den Haller Stadtwerken betriebene Biogasanlage in Gailenkirchen wird derzeit für rund eine Million Euro erweitert. "Bisher haben wir 1,7 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr produziert und damit ungefähr 400 Kilowatt elektrische Leistung pro Stunde", berichtet Reber. In Zukunft werden es 2,3 Millionen Normkubikmeter sein, die dank effizienterer Blockheizkraftwerke circa 600 bis 650 Kilowatt pro Stunde produzieren, so der Landwirt weiter. "Mit der Erweiterung erhöht sich der Wirkungsgrad der Biogasanlage signifikant", erklärt Projektleiter Thomas Ehrmann vom Dresdner Ingenieurdienstleister Gicon, der die Erweiterung geplant hat. "Schlussendlich steigt die elektrische Leistung um 35 Prozent", so Ehrmann.

Seit Ende August wird mit dem Gärproduktlager das Kernstück der Erweiterung errichtet. Sie soll Ende November in Betrieb gehen. Die Biogasanlage könne nun eine größere Menge Mist und Gülle aus der eigenen Nutztierhaltung und kooperierenden Betrieben sowie nachwachsende Rohstoffe verarbeiten, teilt Gicon mit. Das neue Gärproduktlager fasse 7500 Kubikmeter. Michael Reber: "Es erfüllt auch die zukünftige Anforderung, dass wir - zusammen mit extern angemieteten Gruben - bis zu neun Monate Gülle beziehungsweise Gärprodukte lagern können und diese nur ausbringen müssen, wenn die Pflanzen es wirklich aufnehmen und verwerten können." Das schone das Grundwasser.

Reber schwärmt von seiner Anlage. "Wir können über 18 Stunden Gas speichern, ohne Strom zu produzieren." Das sei die Stärke von Biogas, weil es "die einzige zu vertretbaren Kosten speicherbare erneuerbare Energie ist". Um das zu ermöglichen, werde im Dach des neuen Gärrestelagers ein großer Gasspeicher integriert, teilt Gicon mit. So könne Reber zur Stabilität des Haller Stromnetzes beitragen, wenn Windkraft oder Photovoltaik mal keinen Strom produzieren.

Die ursprüngliche Biogasanlage von Reber wurde 2008 baurechtlich genehmigt. Seit 2011 unterliegt sie dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und muss infolgedessen erhöhte Umweltstandards einhalten. Bei der Genehmigung der Erweiterung kam es zu mehreren Verzögerungen. 2014 erfolgte die Zulassung zur Errichtung und zum Probebetrieb von Rebers neuer Anlage. Die erste Teilgenehmigung für den regulären Dauerbetrieb wurde im Januar 2015 ausgesprochen. Seit Juli 2015 liege die Gesamtgenehmigung vor, sodass dem Baubeginn nichts mehr im Weg stand. "Auch vor dem Hintergrund des aufwendigen Genehmigungsverfahrens bin ich froh, dass das Projekt nun in vollem Umfang realisiert werden kann", berichtet Reber, der für die CDU im Haller Gemeinderat sitzt.

Der Großteil des erzeugten Biogases wird über ein Mikrogasnetz an die Haller Stadtwerke abgegeben. Mit dem Biogas betreiben die Stadtwerke mehrere Blockheizkraftwerke, welche die erzeugte Wärme zu 100 Prozent in das Fernwärmenetz der Stadt einspeisen.

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