Dank Landjugend übergibt in Gelbingen Erntekrone an den Landkreis

Schwäbisch Hall / KOR 05.10.2015
Trotz der Dürre und der großen Hitze im Sommer haben die Landwirte in Hohenlohe eine ordentliche Ernte eingefahren. In einem festlichen Gottesdienst dankte gestern die Landjugend dem Schöpfer dafür.

Die Mesnerinnen haben die kleine Kirche in Gelbingen mit Erntegaben schön geschmückt. Kartoffeln, Äpfel, Zwiebel, Gemüse, Trauben und weitere Lebensmittel zieren den Altarraum. Die Gläubigen in der vollbesetzten Johanniskirche hören in der Predigt, dass Pfarrer Tobias Feldmeyer neben dem theologischen Sinn des Erntedankfestes auch auf die aktuelle Landwirtschaftspolitik eingeht.

Immer nur zu wachsen, wie es den Milchbauern empfohlen worden sei, führe jetzt zum Milchpreisverfall. "Reichtum beschert kein sorgloses Leben", mahnt Feldmeyer. Reich sein bei Gott, das sei anzustreben. "Erntedank will sagen, dass wir Gott alles zu verdanken haben. Gott sorgt für uns", so der Pfarrer. Die haltbaren Lebensmittel im Altarraum würden dem Verein MUT (Mitmachen und Teilen) für die Rumänienhilfe geschenkt, die verderblichen Früchte gingen an die Schupbachburg, den Tagestreff für Wohnsitzlose.

"Wir hinterlassen unsere ökologischen Fußabdrücke"

"Wir dürfen nicht vergessen zu teilen", meint Ortsvorsteher Helmut Memmler in seinem Grußwort. Für die Landjugend sprechen Anna Krutschnitt aus Hall und Christian Leu aus Braunsbach. Sie stellen angesichts des weltweiten Klimawandels die Frage, ob es immer schneller, höher und weiter gehen müsse. "Wir hinterlassen unsere ökologischen Fußabdrücke", führen sie aus. Man könne sich auch mit weniger zufrieden geben. Gleichzeitig prangern sie Wegwerfmentalität und Lebensmittelverschwendung an. "Der hohe Aufwand bei den Lebensmittelerzeugern steht im Gegensatz zu den niedrigen Preisen", stellen sie fest. Den Verbrauchern empfehlen sie, mit dem Kauf regionaler Produkte hiesige Bauern zu unterstützen.

Erster Landesbeamter Michael Knaus nimmt die Erntekrone von der Landjugend stellvertretend für Landrat Gerhard Bauer dankend in Empfang. "Wir schätzen die Leistung der Landwirte, die vollen Einsatz an allen Tagen der Woche leisten. Dafür verdienen sie Anerkennung." Er nutzt die Gelegenheit, auch allen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe zu danken. Ohne dieses Engagement seien die Herausforderungen nicht zu schaffen. Jeden Tag kämen 1700 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg.

Mehrere Tänze der Landjugend erfreuen die Gottesdienstbesucher. Mit einem kleinen Ständerling im Vorraum der Johanniskirche endet der zentrale Erntedankgottesdienst. Auch in zahlreichen anderen Kreisgemeinden wird gestern Erntedank gefeiert.

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