Mit dem derzeit geltenden Kontaktverbot können wir nicht proben. Und Großveranstaltungen sind auch nicht erlaubt“, seufzt Angelika Tröster. Sie ist Regisseurin beim Laienschauspiel Mainhardter Wald mit rund 100 Akteuren. Die Saison 2020 falle daher komplett aus. „Diese in der Vereinsgeschichte bisher einmalige Entscheidung ist uns sehr schwergefallen, aber in der aktuellen Lage alternativlos“, schreibt das Vorstandsteam in einer Pressemeldung. „Wir bitten Sie daher um Ihr Verständnis und hoffen, Ihnen im nächsten Jahr wieder tolle und begeisternde Freilichtaufführungen auf der Theaterwiese im Gögelhof bieten zu können.“

Anfang März habe man noch wie üblich mit den Proben für den „Aufstand im Mainhardter Wald – von Rebellen zu Räubern“ in den Räumen der katholischen Kirche in Mainhardt begonnen. „Zwei Mal konnten wir uns treffen, seitdem pausiert bei uns alles“, erzählt Tröster. „Grad ist absoluter Stillstand. Körperliche Distanz beim Theater geht einfach nicht“, unterstreicht sie und setzt hinzu: „Was wäre, wenn einer unserer Mitspielenden erkrankt oder jemand in Quarantäne müsste? Wir könnten keinen spontan ersetzen und wollen niemanden von der Truppe oder den Zuschauenden gefährden.“

Einige der Mitspielenden seien über 50 Jahre alt, oft seien Paare oder sogar ganze Familien bei der Theatertruppe dabei. Bis zu 500 Menschen würden bei jeder der insgesamt neun Aufführungen zweier Stücke auf der Spielwiese ab Mitte Juni erwartet.

Per Videokonferenz und in Telefonaten habe sich der Vorstand mit ihr über die Osterfeiertage auf den Ausfall verständigt. „Vorab haben wir natürlich auch geguckt, wie es die anderen halten“, berichtet die Regisseurin. Das Künzelsauer Amateurtheater sei eines der ersten gewesen, die ihre Spielzeit abgesagt hätten.

Verzicht auf Vergnügen

„Wir Mainhardter machen es aus Spaß an der Freud’. Das ist was ganz anderes als bei Berufsschauspielern wie beispielsweise bei den Haller Freilichtspielen“, erläutert sie fast tröstend. „Wir müssen in erster Linie nur auf das Vergnügen verzichten, zu spielen.“

Für das Kinderstück „Schneeweißchen und Rosenrot“ sei der Freitagstermin bereits ausverkauft gewesen, weil die Schulen aus Mainhardt, Rosengarten und Michelfeld reserviert hatten, so Tröster. Doch nach einem Schreiben des baden-württembergischen Kultusministeriums dürften keine außerschulischen Veranstaltungen bis zu den Sommerferien mehr besucht werden. „Wir hoffen, dass wir uns alle einfach im kommenden Jahr wieder auf der Theaterwiese am Gögelhof sehen und wir dann wieder alle mit unseren beiden Stücken begeistern dürfen“, sagt die Regisseurin.

Die Rückzahlungen für bereits gekaufte Eintrittskarten werden über ihren Schreibtisch laufen. „Ich habe ja Zeit, da ich nun in Rente bin“, sagt die 66-Jährige zuversichtlich und mit einem Lachen. Gerne könne man auch auf die Rückgabe der Karten verzichten und damit den Verein Laienschauspiel Mainhardter Wald in der schwierigen Zeit finanziell unterstützen. „In diesem Fall bedanken wir uns schon vorab recht herzlich.“

Ablauf der Kartenrückgabe


Alle Karten für „Aufstand im Mainhardter Wald“ oder „Schneeweißchen und Rosenrot“ der Spielsaison 2020 verlieren ihre Gültigkeit. Alle Karteninhaber können die Originalkarten bis zum 31. Juli 2020 mit ihren vollständigen Kontakt- und Kontodaten an folgende Adresse schicken: Laienschauspiel Mainhardter Wald e. V., Gögelhof 16, 74535 Mainhardt.

Im Anschluss wird der Kartenpreis rücküberwiesen. Für Karten, die nach dem 31. Juli eingereicht werden, kann kein Rückzahlungsanspruch geltend gemacht werden. Ein Umtausch gegen Eintrittskarten der Spielsaison 2021 wird aus organisatorischen Gründen ausgeschlossen. may