Mainhardt Kurzweiliger Abend bei Hohenloher Mundart

Es geht eng zu im Gailsbacher Pahl-Museum: Hans Wieland aus Streithag (rechts) spricht in Mundart und Versform von vergangenen Tagen und über aktuelle Probleme.
Es geht eng zu im Gailsbacher Pahl-Museum: Hans Wieland aus Streithag (rechts) spricht in Mundart und Versform von vergangenen Tagen und über aktuelle Probleme. © Foto: Oliver Färber
Mainhardt / Oliver Färber 30.08.2018
Der Veranstaltungsraum im Pahl-Museum platzt am Sonntagabend fast aus den Nähten: Geschichten und Musik auf Hohenlohisch, das lockt die Leute nach Gailsbach.

Eine Blechlawine rollt am Sonntagabend in das  kleine Gailsbach ein: Der Hohenloher Abend lockt so viele Besucher ins Pahl-Museum am Ortsrand wie selten zuvor. Sitzplätze gibt es keine mehr im großen Raum, wo die Sonderausstellungen gezeigt werden: Über 100 Besucher sind gekommen.

Der Platz vorne am Rednerpult gehört Hans Wieland aus Streithag. Er gibt zahlreiche Einblicke in sein Leben und seine Gedanken, egal ob es um die Vergangenheit oder die Zukunft geht. Ohne Hohenlohisch zu verstehen, wird es allerdings schwer, ihm zu folgen, wenn er über „Geißelhoardt“ spricht. Dabei hat das Publikum viel zu lachen.

Beispielsweise wenn er übers „Pfarrseele“ spricht, das Pfarrhaus oder den Pfarrgarten: „So viel Pfarrer, obwohl gar keiner mehr da ist“, meint er in breiter Mundart. Oder da wäre auch das Wasser aus dem Pfarrbrunnen, das einige als Heilwasser angesehen haben. Wielands Erklärung: Die Quelle entspringe beim Friedhof und sei so schon mit „allen Krankheiten gewaschen“.

Dazwischen gibt es Musik mit den Gronbachs aus Lachweiler – natürlich auch in Mundart. „I, wenn e Geld gnuag hätt“ erschallt und etliche Besucher können sogar alle Strophen mitsingen. „Noch eins von mir?“, fragt Wieland in die Runde und eine Frau antwortet spontan: „Haja.“ Auch ernste Töne stimmt er an, hat Mehrzeiler aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs parat. Darauf gibt’s gleich einen Witz; vom Mann, der den Hochzeitstag vergessen hat und zu seiner Frau sagt: „Die Dummheit, die wir damals gemacht haben, die sollten wir heute mal vergessen.“

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