Autobahn Kurz vor der Ernte kommt das Feuer

Auf dem Luftbild ist das abgebrannte Wintergerstefeld gut zu erkennen.
Auf dem Luftbild ist das abgebrannte Wintergerstefeld gut zu erkennen. © Foto: Jürgen Waller
Wolpertshausen/Ilshofen / Norbert Acker 04.07.2018
Der am Montag auf der A 6 in Brand geratene Lkw-Auflieger hat für stundenlanges Verkehrschaos gesorgt. Der Sachschaden liegt bei fast 200.000 Euro. Landwirt hofft auf schnelle Regulierung.

Die Vollsperrung der A 6 in Fahrtrichtung Nürnberg zwischen den Anschlussstellen Ilshofen-Wolpertshausen und Kirchberg am vergangenen Montag hat volle sechs Stunden gedauert. Der aus Heilbronn kommende Verkehr musste zwischen 14.30 Uhr und 20.30 Uhr über die Umleitungsstrecke 85 über Wolpertshausen und Ilshofen über die Landstraße bis zur Auffahrt Kirchberg umgeleitet werden. Dies hat zu massiven Behinderungen im Verkehrsfluss geführt, vor allem im Feierabend­verkehr.

Der Grund: Die Bergung eines durch einen Brand beschädigten Aufliegers eines Schwertransporters hat sich als äußerst kompliziert erwiesen. „Es  wurden drei Materialfahrzeuge, ein Bergungsfahrzeug sowie zwei Schwerlastkräne und zwei Tieflader eingesetzt“, erklärt Bernd Märkle von der Pressestelle des für den Landkreis Schwäbisch Hall zuständigen Polizeipräsidiums Aalen. Ein erstes Fahrzeug war gegen 16 Uhr am Einsatzort, die weiteren folgten. Die Autobahnmeisterei ist darüber hinaus mit mehreren Sicherungsfahrzeugen im Einsatz gewesen. Außerdem, so Märkle, sei zunächst unklar gewesen, ob eine Hochspannungsleitung, unter der das brennende Fahrzeug gestanden hat, in Mitleidenschaft gezogen worden ist. „Drei Mitarbeiter der ENBW waren mit einem Einsatzfahrzeug und einem Steigerwagen vor Ort, um die Leitung zu überprüfen“, erklärt Märkle weiter. Die Experten hätten aber festgestellt, dass kein Schaden entstanden ist.

Das durch Funken des brennenden Reifens in Brand geratene Getreidefeld bei Ilshofen ist entgegen erster Berichte noch nicht abgeerntet gewesen. „Eigentlich wollten wir Mittwoch oder Donnerstag mit der Ernte beginnen“, sagt Landwirt Ralph Plank. In dem betroffenen Gebiet sei erntereife Wintergerste auf rund vier Hektar den Flammen zum Opfer gefallen. „Ich bin erst von Bekannten informiert worden, dass es an der Autobahnböschung brennt“, erinnert sich Plank. Daraufhin habe er bei der Feuerwehr angerufen. Dort sei ihm gesagt worden, dass man schon alarmiert sei. Er habe dann schnell Maschinen auf den Acker gebracht, um noch einen Teil seiner insgesamt sieben Hektar zu retten. Nach dem Löscheinsatz der Feuerwehr ist dann das abgebrannte Getreide umgepflügt worden. „Die Ernte lässt sich ja gut mit dem Boden vermischen“, sagt der Vollerwerbslandwirt, der insgesamt rund 100 Hektar bearbeitet und Schweinezucht betreibt. Die Asche habe auch keinen nachteiligen Effekt auf die Bodenqualität, es handele sich ja um organisches Material. Im Herbst, so seine Planung, soll das Feld mit einer Zwischenfrucht begrünt werden. Im kommenden Frühjahr will er dort Mais anbauen.

Enormer Sachschaden

Bei dem Vorfall ist insgesamt ein enormer Sachschaden in Höhe von rund 195 000 Euro entstanden. Allein 160 000 Euro Schaden sind an dem Auflieger zu verzeichnen, der Schaden der auf ihm transportierten Fertiggarage liegt bei rund 15 000 Euro. Weitere 10 000 Euro Schaden sind auf dem abgebrannten Getreidefeld entstanden, der Straßenschaden liegt bei etwa 5000 Euro. „Weitere 5000 Euro Schaden sind an einem Hyundai entstanden, der durch brennende Reifenteile beschädigt worden ist“, sagt der Polizeisprecher.

Märkle geht davon aus, dass die Versicherung des Schwertransporters für die Schäden aufkommen muss. „Das ist aber keine polizeiliche Frage, sondern nur meine persönliche Einschätzung“, so der Polizeisprecher. Landwirt Plank hat derweil schon mit der Verkehrspolizeidirektion Kirchberg Kontakt aufgenommen, um in der Frage der Schadensregulierung vorwärts zu kommen. „Den zuständigen Sachbearbeiter habe ich aber leider noch nicht erreicht“, sagt er bedauernd. „Ich hoffe doch ganz stark, dass das jetzt schnell geregelt wird.“

Zwei Mal das Stauende übersehen

Im Zusammenhang mit der Vollsperrung und dem durch den Brand entstandenen Stau ist es darüber hinaus zu zwei Unfällen gekommen. Bereits um kurz vor 16.30 Uhr erkannte der 55-jährige Fahrer eines Mercedes Vito das Stauende zwischen den Anschlussstellen Schwäbisch Hall und Ilshofen-Wolpertshausen zu spät. Er streifte mit seinem Transporter den Anhänger eines Lastzugs. Dabei entstand Sachschaden in Höhe von rund 10 000 Euro. Gegen 17.45 Uhr hat dann ein 89-jähriger Mercedesfahrer ebenfalls das Stauende übersehen. Er fuhr auf den Anhänger des Lkws eines 32-jährigen Fahrers auf. Verletzt wurde dabei niemand, der Sachschaden beläuft sich auf rund 7000 Euro. noa

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