Entwicklung Kupferzell weist Untermünkheimer Bedenken zurück

Die Gemeinde Kupferzell plant, ihr Gewerbegebiet Greut bei Neu-Kupfer zu erweitern, und hat dafür die notwendigen Pläne veröffentlicht. Bedenken der Nachbarkommune Untermünkheim wegen der Entwässerung werden zurückgewiesen.
Die Gemeinde Kupferzell plant, ihr Gewerbegebiet Greut bei Neu-Kupfer zu erweitern, und hat dafür die notwendigen Pläne veröffentlicht. Bedenken der Nachbarkommune Untermünkheim wegen der Entwässerung werden zurückgewiesen. © Foto: Oliver Färber
Kupferzell / Untermünkheim / Oliver Färber 16.05.2018
Der Kupferzeller Gemeinderat beschäftigt sich mit Einsprüchen zur Bebauungsplanerweiterung des Gewerbegebiets Greut bei Neu-Kupfer. Diese kamen vor allem aus Untermünkheim und Kupfer.

Unumstritten ist der Bebauungsplan zum Gewerbegebiet Greut nicht, den die Gemeinde Kupferzell nun unter Dach und Fach bringen will. Prekär ist daran, dass Gebäude, die längst stehen, erst damit Rechtssicherheit bekommen. Doch darum geht es den Nachbarn aus Untermünkheim jenseits der Kommunal- und Kreisgrenze gar nicht. Sie hatten bereits ihre Einsprüche bis vor das Verwaltungsgericht getrieben – vor allem gegen die Ableitung von Oberflächenwasser bei Regen vom Areal der Spedition Metzger auf ihre Gemarkung. Dort war man zwar gescheitert, aber nun machten sowohl die Kochertalkommune sowie etliche Privatleute aus dem benachbarten Kupfer im Rahmen der Anhörung zum neuen Bebauungsplan Einwände geltend.

Bedenken wegen Entwässerung

Der Kupferzeller Gemeinderat hat sich nun dieser Bedenken in seiner Sitzung angenommen. Stefanie Mulfinger vom beauftragten Öhringer Büro BIT Ingenieure hatte diese und die weiteren Anregungen von Behörden und Organisationen zusammengefasst und bereits Abwägungsvorschläge erarbeitet. „Im Planentwurf ist die ordnungsgemäße Entwässerung der Erweiterung des Gewerbegebiets nicht gesichert“, lauten die schriftlich eingereichten Einwände, die neben der Gemeinde Untermünkheim auch Privatleute eingebracht haben.

Die Antwort darauf wird in einer sogenannten Sammelabwägung formuliert. „Nicht stattgegeben“ lautet deren Überschrift. Die Entwässerung des Plangebiets sei bereits mit dem Landratsamt abgestimmt und erfolge nach einem erarbeiteten Konzept. Sowohl für den Butzenrohrbach als auch für den Beltersroter Bach werde keine Überlastung festgestellt, wie es in der Einwendung vorgebracht wird. Auch seien die vorhandenen Regenrückhaltebecken ausreichend dimensioniert. Im nördlichen Bereich der Erweiterung müsse das Regenwasser gedrosselt abgeleitet werden. Maßgabe sei, dass nicht mehr Wasser in die Kanalisation eingeleitet werde als dies beim jetzigen, unbebauten, landwirtschaftlich genutzten Gelände der Fall ist. Investoren müssten mit entsprechenden Anlagen dafür sorgen, dass dies eingehalten wird.

Verkehrsuntersuchung gilt

Auch dem Einwand, die Erweiterung führe zu mehr Verkehr im kleinen Kupfer, wird nicht stattgegeben. Eine bereits vorliegende Verkehrsuntersuchung mit Zählungen aus den Jahren 2014 und 2015 sei weiterhin gültig. „Zur Verringerung des Schwerverkehrs in der Ortsdurchfahrt Kupfer ist der Lkw-Verkehr angehalten, die Zufahrt über Westernach zu nutzen“, heißt es außerdem in der Abwägung.

Zugeständnisse der Gemeinde

Der Befürchtung, dass mehr Lärm für die Anwohner entstehe, wenn Laster vom bestehenden Metzger-Areal zur geplanten Erweiterung entlang des Bahndammes fahren würden,  wurde stattgegeben. Das will auch die Gemeinde Kupferzell nicht. Um das zu verhindern, wird es ein Pflanzgebot in diesem Bereich geben. Auch auf die Bedenken wegen einer Lärmreflexion von den Gebäuden zum Wohngebiet wird eingegangen: Sie sollen in einem Gutachten Einzug halten. Der Gemeinderat stimmte zu, diese Formulierungen zu übernehmen.

Erweiterung des Gebiets in zwei Abschnitten

Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Greut bei Neu-Kupfer wurde in der jüngsten Sitzung auf Beschluss des Gemeinderats in zwei Teile getrennt. „Wir machen das, um mit dem ersten Abschnitt schneller voranzukommen“, erklärte Bürgermeister Joachim Schaaf den Räten. Denn im zweiten Teil, in dessen Bereich bereits Firmen existieren, wolle man auf Nummer sicher gehen. Dafür sollen neue Gutachten erstellt werden, die aufzeigen, wie viel Lärm die Betriebe verursachen.

Der Abschnitt 1, der nördlich an das Speditionsareal der Firma Metzger und östlich an die Bahnlinie angrenzt, soll so schneller vorangetrieben werden: Für diesen Bereich liegen alle Gutachten vor, und das Areal ist noch nicht erschlossen und bebaut. Allerdings stehen Investoren schon mit Vorhaben in den Startlöchern: Die Gebäude sollen zum Bahndamm hin ähnlich hoch werden können wie die Halle der Firma Metzger.  fär

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