Rosengarten Kündigung erweist sich als Glücksfall

Trainer und Vorsitzender Heiko Difflipp, Mannschaftsstar Ruben Winkler und Schatzmeister Alex Mack (von links) lieben es, bunte Kugeln zu versenken. In den neuen Räumen des Billard-Clubs in Westheim hat ihr Verein dafür nun jede Menge Platz. Der Verein ist über 30 Jahre alt und zählt 25 Mitglieder.
Trainer und Vorsitzender Heiko Difflipp, Mannschaftsstar Ruben Winkler und Schatzmeister Alex Mack (von links) lieben es, bunte Kugeln zu versenken. In den neuen Räumen des Billard-Clubs in Westheim hat ihr Verein dafür nun jede Menge Platz. Der Verein ist über 30 Jahre alt und zählt 25 Mitglieder. © Foto: Beatrice Schnelle
Rosengarten / Beatrice Schnelle 17.05.2018
Der Pool Billard Club SHA-Rosengarten1989 hat in der Westheimer Süßwarenfabrik Reutter seine neuen Räume eröffnet. Das Spieltisch-Angebot ist im weiten Umkreis einmalig.

Das ehemalige Hauptgebäude der Süßwarenfabrik Reutter mausert sich zu einem kulturellen Zentrum. Neben mehreren Künstlerateliers und einem Proberaum für die Jazzband des Hausherrn Hans-Georg Reutter hat dort jetzt der Pool Billard Club SHA-Rosengarten 1989 (PBC) sein Zuhause gefunden. Seit März letzten Jahres waren die 25 Mitglieder mit dem aufwändigen Umbau der ehemaligen Produktionsräume im zweiten Obergeschoss beschäftigt, jetzt ist das Billard-Paradies offiziell eröffnet.

Fläche von 235 Quadratmeter

Aus dem vorherigen Domizil in der Haller Mauerstraße musste der Club wegen einer Umnutzung ausziehen. „Der Vermieter hat uns sehr frühzeitig informiert, und das Ganze lief sehr fair ab“, betont Heiko Difflipp, Vorsitzender des dreiköpfigen Vorstandsteams. Die unfreiwillige Neuorientierung stellte sich als Glücksfall heraus: Auf 235 Quadratmetern kann sich der Club mit vier Pool-Tischen nun genüsslich ausbreiten. Sogar einer der seltenen Snooker-Tische hat zusätzlich Platz gefunden. Das verschaffe dem Verein ein Alleinstellungsmerkmal in einem Umkreis von mindestens 50 Kilometern, sagt Difflipp stolz. Außerdem erhoffe man sich in Rosengarten einen regeren Zulauf, als mitten im mit konkurrierenden Freizeitangeboten reichlich gesegneten Schwäbisch Hall.

Das Konzept scheint aufzugehen: Eine Menge neugieriger Besucher folgen am Tag der offenen Tür der Einladung zur Besichtigung und gehen an den Tischen fleißig dem kugeligen Sportvergnügen nach. Der Termin fällt gleich in doppelter Hinsicht auf ein würdiges Datum: Die Deutsche Billard Union hat das Wochenende im Namen aller ihrer Mitgliedsvereine unter das Motto „Deutschland spielt Billard“ gestellt, gleichzeitig duellieren sich im englischen Sheffield beim Finale der diesjährigen Snooker-Weltmeisterschaft die Champions der schwierigen Disziplin.

Noch eine Männerdomäne

Der zehnjährige Lucas bewegt seinen Queue, der fast länger ist als er selbst, mit ernster Miene. Das Nachwuchstalent ist mit seinem Vater aus Uttenhofen gekommen, und die beiden finden das neue Angebot in ihrer Nähe hochinteressant. Leidenschaftliche Spieler nehmen viel weitere Wege auf sich. So etwa Thomas Richter, der für seinen Lieblingssport die Strecke von Wolpertshausen bis nach Westheim nicht scheut. Seltenheitswert als Neuzugang im Verein hatte die 22-jährige Lisa Pöhlmann, die eine Mitgliedschaft erwägt. Gerade mal zwei Frauen sind bisher beim PBC aktiv, nur die Gruppe der Linkshänder ist mit einer einzigen Person noch kleiner. Dabei müssten Frauen mit ihren „gefühlvollen“ Händen eigentlich sogar die besseren Spieler sein, stellt Schatzmeister Alex Mack nachdenklich fest. Doch aus unerfindlichen Gründen sei Billard vorwiegend eine Männerdomäne.

Vom 15-jährigen Maxi bis zum 73-jährigen Hermann ist eine sehr breite Palette an Altersstufen im Pool Billard Club SHA vertreten, der schon knapp drei Jahrzehnte besteht. Gäste sind willkommen wie neue Mitglieder. Ihr Vorteil: Sie können sich die Tricks der echten Profis abschauen. Heiko Difflipp besitzt das Trainerzertifikat des Deutschen Olympischen Sportbundes, und die erste der beiden PBC-Mannschaften wird demnächst „zu 99 Prozent“ in die Landesliga aufsteigen, wie er ankündigt. Mannschaft Nummer 2 hat sich mit Platz 2 in der Kreisliga A ebenfalls eine hoffnungsvolle Position erkämpft. Präzision, Konzentration und Koordination seien die drei Eigenschaften, die jeder haben oder üben müsse, der das stille, elegante Spiel erlernen wolle.

Kicker, Dart und eine gut bestückte Hausbar

In den Clubräumen geht es aber durchaus auch gemütlich zu: Ein riesiges, orangefarbenes Sofa konnte in den neuen Räumen aufgestellt werden, es gibt einen Kicker, eine Dartscheibe, zwei Bildschirme, auf denen meistens der Sportkanal läuft, und eine gut bestückte Hausbar. cito