Einen stürmischen und verregneten Auftakt erleben die Haller Sieder am Freitag in Sulzdorf. Dafür hält das Wetter aber über das Wochenende und lockt rund 18.500 Besucher zum Kuchen- und Brunnenfest. Ungefähr so viele wie im vergangenen Jahr. Diese Anzahl schätzt Robert Spoden von der Touristik und Marketing. Es wird das letzte Mal sein, dass er das Fest organisiert, da er nächstes Jahr in den Ruhestand geht. „Ich kann gut mit den Siedern und sie bekommen etwas auf die Reihe.“ Damit meint er nicht nur das Kuchen- und Brunnenfest, sondern auch das Landestreffen der historischen Bürgerwehren und Stadtgarde, das am Wochenende vor dem Pfingstfest ausgerichtet wurde.

Jeder Punkt war beim Kuchen- und Brunnenfest Neuland für den Ersten Hofburschen Stefan Ebert. Zumindest, wenn es um seine Funktion ging. Er hat das Amt von Tobias Rieger übernommen, der heuer privat und in zivil mit dabei war. „Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft“, sagt Ebert. „Ich bin auch erleichtert, wenn es vorbei ist, denn der Akku wird langsam leer.“ Nun möchte er wieder seine Familie in den Vordergrund rücken. Nach dem er für die Großereignisse mehrere Wochen Urlaub genommen hat, geht es für den Disponenten in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle am Donnerstag wieder zur Arbeit.

Gockel und Musik zu nahe

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, kommt der Standort des Gockels, der traditionellen Weinausschank der Sieder, diesmal nicht so gut an. Aufgebaut wurde er neben dem Neuen Globe, in fast direkter Verlängerung zum Steinernen Steg.

Veranstaltung Kuchen- und Brunnenfest 2019

„Das ist der schlechteste Gockelstandort, den man sich denken kann“, sagt Uwe Hettenbach. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Festplatz drüben bleibt“, sagt Spoden und meint damit hinter dem Neuen Globe auf dem Unterwöhrd. Vor sechs bis acht Wochen wurde aber umgeplant, weil die Bühne im Neuen Globe, die nach außen geöffnet werden kann, bespielbar sein sollte. „Außerdem hat die Grünanlage die letzten Male gelitten“, erklärt Erster Bürgermeister Peter Klink. Er sagt aber auch, dass er es nachvollziehen kann, dass Gockel und Musik zu nahe beieinander seien. Das kritisiert Sieder Hermann Schock in seinem Spruch: „Der Platz direkt an der Musik, das ist ein Mist, drum denkt drüber nach, ob es weiter hinten nicht doch besser ist.“

Nichtsdestotrotz wird am Gockel und auf dem Festplatz vor dem Globe drei Tage lang gefeiert. Kaum ein Platz bleibt auf der Treppe vor St. Michael beim Fackeltanz am Samstagabend frei. Ein bisschen luftiger ist es bei der Taufe der Sieder und den Ehrungen des Kleinen Siedershofs am Sonntag auf dem Marktplatz. Kaum ein Durchkommen auf dem Unterwöhrd ist bei der Nachstellung des Mühlenbrands auf dem Grasbödele.

Beim Abschlussauftritt des Großen und Kleinen Siedershofs am Sonntag ist die Stimmung ausgelassen und die Treppe gut besucht. Erst nach fünf Zugaben lassen die johlenden und klatschenden Zuschauer die Sieder vom Marktplatz ins Rathaus einziehen.

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Sehr ruhiger Verlauf des Festes


Bis Sonntagnacht waren nur vereinzelt Hilfeleistungen der DRK-Einsatzkräfte erforderlich, so dass „wir von einem sehr ruhigen Verlauf sprechen können“, sagt Alexander Mack vom Deutschen Roten Kreuz. Es waren weder Kreislaufschwächen noch alkoholbedingte Notfälle zu verzeichnen. Am Freitagnacht wurde zunächst eine Person im Kocher gemeldet, diese konnte jedoch kurze Zeit später unverletzt auf dem Festgelände angetroffen werden.

Der Sanitätsdienst wird von den ehrenamtlichen Einsatzkräften der DRK Bereitschaft Schwäbisch Hall geleistet. In Spitzenzeiten während dem Fackeltanz und Mühlenbrand sind bis zu sieben Einsatzkräfte vor Ort, um bei Notfällen schnell Erste Hilfe leisten zu können. Auch die Polizei meldet keine besonderen Vorkommnisse. kv